Samstag, 1. November 2014

Fräulein Liv auf der Suche nach dem (Essens-)Glück - Oder auch: gibt es vegane Pescetarier?

Heute ist Weltvegantag. Und heute möchte ich mit euch eine kleine Geschichte teilen, eher etwas persönlicheres, ohne Rezept, DIY oder anderen Schnickschnack.
Das wird ein sehr ehrlicher - und wahrscheinlich auch sehr langer Text, aber ich würde mich dennoch freuen, wenn ihn sich der ein oder andere zu Gemüte führt und sich vielleicht auch selbst erkennt. Das soll keine Predigt oder irgendwelcher Beeinflussungskram werden - ich möchte einfach nur etwas von mir erzählen und meinem Versuch, einen Ernährungsweg für mich zu finden, der sich mit meinem Gewissen und meinen Lebens- und Genussumständen vereinbaren lässt.
Und wer am Ende des Textes dennoch denkt "Das ist einfach vollkommener Blödsinn, was die da labert!" darf das natürlich trotzdem gerne auch weiterhin denken.



"Ein Ernährungsweg, der sich mit meinem Gewissen und meinen Lebens- und Genussumständen vereinbaren lässt."

Ich muss gestehen, dass ich nie der Typ war, der sich leicht an irgendwelche Vorsätze halten konnte. "Jetzt esse ich keine weniger nur noch ein bisschen eigentlich genauso viel wie immer Schokolade." "Jetzt esse ich mehr zumindest etwas mehr auch eigentlich so viel wie immer Obst und Gemüse!"
Versteht mich nicht falsch - ich bin niemand, der sich jeden Abend die Fertigpizza in den Ofen haut (urgs) oder mit Tüten kocht (doppelurgs), aber jemand, der zwar die Bio-Eier im Supermarkt kauft, sich dann aber zwei Regale weiter den Speck für 99 cent in den Korb wirft. Den könnt ich sogar direkt aus der Packung essen (oh Gott ist Speck genial).

Gleichzeitig bin ich der Typ Mensch, der bei Schweinen einen Quietschanfall bekommt (Oh Gott sind die zuckersüüüß!) und all die Lämmer, Schafe, Rinder, Kühe, Enten, Gänse und was nicht sonst noch alles kreucht und fleucht sind ja auch echt niedlich.

"'Boahr ist das Schweinchen süß!', sagte sie und biss in den doppel-Bacon-Burger."

Und da liegt der Knackpunkt. Dieser Mensch war ich schon immer, aber bisher hat es mir nichts ausgemacht. Ich war wie die meisten - Tiere yay - (Supermarkt-) Fleisch doppelyay! 
Wie gesagt - Speck ist meine große Liebe. Hallo? Dieser Duft von knusprigem Speck. Allein davon läuft mir immer noch das Wasser im Mund zusammen.


Allerdings hat sich in den letzten Wochen etwas geändert. Den größten Ausschlag gab sicherlich das Foodbloggercamp in Berlin und Sophia mit ihrer so herzlichen Art und Weise, die vegane Welt zu erklären und Lina-Maria, die zeigt, dass es ganz leicht auch ohne Milch geht!

Als ich am Sonntagabend nach Hause kam, gab es Lasagne. Und sie war köstlich. Und gleichzeitig (bis auf zwei Ausrutscher, auf die ich gleich ziemlich weit unten noch zu sprechen komme) das letzte Mal, dass ich seitdem Fleisch gegessen habe. 

Es gibt bei mir einen ganz einfachen Grundsatz: Was ich nicht selber töten könnte, esse ich nicht.
Das klingt so barbarisch und irgendwie ein wenig psychisch gestört, aber ich glaube, dass beschreibt am besten, wie ich mich dabei fühle.
Keine Angst, ich laufe hier nicht mit der Armbrust herum und schieße auf die nächste Taube. Mhmm Brathähnchen...
Fisch (aus kontrollierten und nachhaltigen Beständen) esse ich übrigens dennoch - wenn auch nur in sehr geringer Häufigkeit - wahrscheinlich 3-4x pro Monat, wenn es überhaupt hochkommt und ich es mir leisten kann (ja - guter Fisch kommt nicht gerade für 99 cent aus dem TK-Fach). Und nein, ich argumentiere jetzt nicht mit Dingen wie "Fisch ist so gesund, den muss man essen!" - ich sage einfach: ja, dass bedeutet, dass ich einen Fisch töten kann. (Ich möchte jetzt nicht über das Wort töten philosophieren - aber das ist schon ein verdammt gewaltiges Wort und dafür gibt es keine Beschönigungen).

Gleichzeitig habe ich nun im letzten Monat alle Bestände an Milch, Eiern, Käse, Schoki etc. aus meinem Kühlschrank aufgebraucht (die letzten Eier sind zum Beispiel für das Death Eater Dessert drauf gegangen - und die Schoki für den Honigtopf - sehr gute Wahl!). Denn ja - wie ihr euch schon denken könnt - ich möchte auch auf diese tierischen Produkte gerne verzichten. Bei Milch und Eiern ist dies kein großes Problem für mich  - ersteres habe ich eh schon so gut wie immer mit Sojamilch oder anderen Sachen ausgetauscht, letzteres kam meistens eh nur in den Kuchenteig und lässt sich auch ganz wunderbar durch andere Dingen ersetzen.

"Du bist jetzt also so ne vegan-pescetarische-Mischform. Kann ich dich da überhaupt noch irgendwohin mitnehmen?"

Zu Hause funktioniert das alles ganz großartig. Doch wie macht man es nun, wenn man unterwegs ist? Sonja von The Whitest Cake alive - die sich übrigens nun zwei Wochen vegan ernähren möchte - schrieb folgendes:
"Allmählich ahne ich wie schwierig es sein kann, wenn man eine Zeit lang auf alles Tierische in seinem Essen verzichten möchte. Du musst dir alles genau überlegen, gut planen und viel nachfragen. Wenn du auswärts eingeladen bist, musst du dich erst einmal informieren ob es da überhaupt etwas für dich gibt oder ob du im Zweifel schwarzen Kaffee trinken musst (bäh!). Und du hast das Gefühl dich immer erklären zu müssen."

Ich gestehe (nein - eigentlich ist es kein Geständnis, denn ich muss mich hier nicht rechtfertigen) - ich sage euch: auch wenn Leipzig erst letztens als die veganerfreundlichste Stadt (bis 500.000 Einwohnern) erklärt wurde, werde ich mich unterwegs nur in soweit vegan ernähren, wie es mir möglich ist. Zu Hause vegan, draußen mindestens vegetarisch/pescetarisch
Eben wie es zu mir und meinen Lebens- und Genussumständen passt. 
Auch werde ich zwar Omas mit Liebe zubereiteten Weihnachtsbraten ausschlagen, aber nicht die Klöße mit Soße und Rotkraut, die sie gemacht hat. Lebens- und Genussumstände.

Das ist mein eigener Weg über den ich mir wirklich Gedanken gemacht habe - und ich weiß, dass es da draußen viele Menschen gibt, die jetzt gerne die Keule rausholen und mich mit 'Du bist ja gar kein vollwertiger Veganer/Vegetarier!' betiteln möchten. Und ganz ehrlich: das sind dann meistens die Leute, mit der (gar nicht so veganen) TK-Pizza im Nacken. 
Alle Veganer, die ich bis jetzt kennengelernt habe, waren die offensten und unvoreingenommensten Personen, wenn es um das Thema Ernährung ging. 



"Die sind sozusagen die Schweiz! (Danke Mella & Anhang!)"

Zum Beispiel Arne von The Veg(etari)an Diaries, den ich bei dem tollen Bloggerevent von Burgis kennengelernt habe und meine liebste Kalinka von Kalinka's Kitchen, die ich auch dort wiedersah.
Mit beiden habe ich mich über die vegane Lebensweise und ihre Erfahrungen damit ausgetauscht und beide meinten:
"Iss was du willst, du wirst es eh nie jedem recht machen können."

Und geht es nicht darum? Soll man es sich nicht nur sich selbst recht machen, solange man es auch vor sich selbst rechtfertigen kann? 

"Lass es mich doch erstmal mir selbst recht machen."

Ein Bekannter, der sich selbst zwar nicht vegan oder vegetarisch oder sonst irgendwie 'anders' ernährt (als wären solche Ernährungsformen so viel anders..) meinte zu mir:
"Mehr als darüber nachzudenken und eine Entscheidung zu treffen, kann man nicht machen. Und das machen die wenigsten. Kurz gesagt: gut gemacht."

Ich bin weder ein 'vollwertiger' Veganer noch komplett vegetarisch. Auch kein 'vollwertiger' Pescetarier, denn die essen ja Eier und Milch. Ich bin ich - und ist so eine Mischform nun schlimmer oder kritischer zu betrachten und zu kommentieren, als wenn ich einfach weiter Fleisch gegessen hätte? Ich denke nicht - und hoffentlich denken all die keulenschwingenden Trolle da draußen das gleiche!

"Fettnäpfchen sind so fast mit die großartigsten Dinge, von denen man lernen kann."


Und weil Fettnäpfchen für alle immer so toll sind, hier gleich zwei, die zeigen, dass es (zumindest für mich) erstens echt schwer ist, seine Gewohnheiten abzulegen und zweitens manchmal echt schwer ist, etwas vegetarisches auf der Karte zu finden, wenn man nicht so genau weiß, was drin ist.
Fettnapf Nummer eins: auf dem Marende-Dating von Südtirol hatte ich nach 1-2 Gläsern Wein plötzlich so eine Fleischpraline auf so einem hübschen kleinen Teller in der Hand und war schon bei der Hälfte, als mir einfiel.. Mensch, da war doch was!
Zweites Näpfchen: Beim Burgis Event saßen wir im Wirtshaus Pschorr und ich habe mir voller Freude eine echt bayrische Grießklösschensuppe bestellt (angemerkt: auf der Karte stand "Grießklösschensuppe mit Gemüseeinlage"!). Erst im Zug zurück nach Hause habe ich dann im Kochbuch des Goodie Bags nachlesen können, dass die Grießklösschensuppe traditionell mit Fleischbrühe gemacht wird. Nun ja, wer wäre ich, wenn mir sowas nicht passieren würde ;)

So - das war es nun, mein Beitrag zum Weltvegantag.
Ich bin sehr gespannt, wo mich das ganze hinführen wird und würde mich freuen, wenn ihr mich auch auf diesem Weg weiterhin begleiten werdet.

Auf jeden Fall wünsche ich euch ein wunderbares Wochenende! ♥

gezeichnet: eine Liv, die beim Geruch von Bacon immer noch ganz wuschig wird, dann aber doch lieber das kleine Schweinchen kuschelt!

Kommentare :

  1. Liebe Liv, danke für den wunderbaren Text!
    Ich kann voll und ganz nachvollziehen was du da schreibst, ich denke auch schon seit einiger Zeit darüber nach, wie man Genuss und Gewissen unter einen Hut bringen kann. Ich finde den von dir gewählten Weg klasse! Man sollte sich nicht durch irgendwelche Ernährungsmuster in einer Schublade stecken lassen, sonder so essen, wie man es für sich richtig hält!
    Liebe Grüße, Coco

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Liv, ich glaube du kennst mich noch nicht, ich bin Miri. Ich wollte mal von meinen Erfahrungen erzählen :) Dieses Jahr im Frühling habe ich mir mit einer Freundin vorgenommen, die Fastenzeit vegan zu verbringen. ich weiß nicht, ob man sich gut hätte vorbereiten müssen, aber ich hab einfach das letzte Ei im Kühlschrank verschenkt und von da an vegan gemacht. Das war schon anders, in meiner Brotdose ließ sich von da an viel mehr Gemüse finden zum Beispiel, oder, wie du es ja auch schon erzählt hast, hab ich erst nach dem halben Schokoriegel gemerkt, dass es ja nicht vegan ist. Milch zu ersetzen ist ja auch supereinfach, mit Eiern fand ih es schon schwieriger, aber ich ess die auch gern so. Jedenfalls habe ich nach 10 tagen aufgegeben, weil: Ich habe Abitur geschrieben in den Tagen. Ich war richtig viel unterwegs, und ich hatte Hunger. Während ich mir da normalerweise fertige Gnocchi mache oder eine Tiefkühlpizza (jaja, Sünde), musste ich mich auf einmal abends um 10 hinstellen, nach einem Tag voller Zirkustraining samt Show, um Teig zu machen und Gnocchi zu rollen, weil Ei.
    Das hat mir echt keinen Spaß gemacht (ich weiß, Ernährung ist nicht dazu da, um Spaß zu machen - für mich aber schon! also eher, um sie zu genießen) und ich habe mich so eingeschränkt gefühlt und keine Ahnung. Ich kann mir stattdessen besser vorstellen, so "einfache" Dinge umzusetzen wie meine Milch mit Hafermilch zu ersetzen, was ich ja eh schon immer mach, oder einen veganen Tag in der Woche. Eierlegen oder Milchgebend tut den Tieren ja auch nicht weh. Dein ökologischer Fußabdruck ist bestimmt trotzdem besser ;) Die besagte Freundin hat übrigens nach der Fastenzeit nicht aufgehört und macht es bis zum heutigen Tage! Und wir sind immer noch Freunde :D
    Also, ich finds super dass du es wagst und bin gespannt wie du damit so umgehst, und welche kulinarischen Raffinitäten du uns dann auf dem Blog enthüllst :) Viel Glück, Liv! :-))

    AntwortenLöschen
  3. Tolle Gedanken, und ich finde auch, mach es niemandem Recht, mach es Dir Recht! Wenn man sich mit der Ernährung beschäftigt und drüber nachdenkt was man isst, dann geht man schon den richtigen Weg für sich. Ob nun Pescetarier, Vegetarier oder Veganer, sogar Rohköstler... jeder soll für sich selbst entscheiden was richtig ist.

    Ich selbst bin Großteil-Vegetarier und Halbzeit-Veganer und ich passe ich keine Schublade, aber ich selbst entscheide was ich esse! Ich esse z.B. Eier aber eben keine Supermarkteier sondern die *Ein Ei für 2*-Eier aus der Bruderhähnchen-Aktion, wo keine männlichen Küken getötet werden. Und Milch ersetzt ich schon lang durch Hafer- und Mandelmilch, aber der *Schluck* im Kaffee bleibt Kuhmilch... versteht auch keiner, muss auch keiner verstehen, Hauptsache ich kann damit leben. Ja und ich kaufe auch vegane Schokolade um sie dann mit Butterkeksen zu mischen, daher kann ich Deine Fettnäpfchen sehr gut verstehen. Da bin ich Expertin für. :) Für mich heißt Einschränken auch schon der Weg in die richtige Richtung und ich glaube auch, wenn wir den Fleischkonsum stark einschränken würden, würde sich einiges ändern. Aber das ist nur meine Meinung.

    Ich finde Deinen Weg spannend und bin neugierig auf Deine künftigen Berichte.

    Lieben Gruß
    Anita

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Liv,

    dieser Beitrag ist sehr schön und vor allem interessant geworden. Vor Kurzem habe ich versucht mich eine Woche vegan zu ernähren. Ich musste feststellen, dass das gar nicht so einfach ist. Nicht dass ich auf tierische Produkte nicht verzichten hätte können, das Einkaufen war noch mehr das Problem, da man auf jede Zutatenliste schauen musste, ob nicht irgendetwas tierisches drin ist. Und auswärts essen/Kaffee trinken war auch ein großes Problem. In unserer Umgebung gibt es genau ein Café, das Sojamilch und vegane Kuchen anbietet...

    Aber wie du schon schreibst, es muss einfach jeder selbst seinen Weg und die richtige Ernährungsweise finden.

    Liebe Grüße
    Bettina

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Liv,

    ersteinmal finde ich deinen Text sehr gut geschrieben.
    Ich bin in der letzten Zeit dazu übergegangen zum Kochen nur noch Sojasahne zu benutzen und habe letztens zum ersten mal Sahne aus Nüssen selber gemacht. Irgendwie hat es mich überrascht, dass das so gut geht und dass man auch auf Kuhmilch verzichten kann. Seit dem versuche ich auch mal über den Tellerrand zu schauen. Ich habe zwar generell keine Kuschel-Basis mit Tieren (ich bin da nicht so) und auch nicht das generelle Verlangen auf tierische Produkte zu verzichten, aber ich denke vor allem im Hinblick darauf, was der Körper eigentlich braucht, und womit er völlig überfordert ist (z.B. ein Übermaß an Kuhmilch), kann es nicht schaden sich mal nach Alternativen umzusehen. Ich bin super gespannt auf deine zukünftigen Rezepte :)

    Liebste Grüße,
    Liv von Liv For Sweets

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Liv,
    ein sehr schöner Text und sehr interessant! Ich verstehe dich total und finde deine vielen Überlegungen toll. Ich bin ja schon seit sehr langer Zeit Vegetarierin und das klappt meist echt gut, auch auswärts. Aber hier in Frankreich musste ich schon einige unangenehme Erfahrungen machen - zum Beispiel, wenn man in einer größeren Gruppe unterwegs ist und essen geht. Es gibt hier sehr selten vegetarische Gerichte auf der Karte und dann muss ich immer rumdiskutieren, dass ich doch bitte gerne was ohne Fleisch UND ohne Fisch haben würde. Ich hab dann das Gefühl, ich nerv alle anderen, dabei will ich doch einfach nur keine Tiere essen! Manchmal läuft es dann auf trockene Nudeln raus :-P Ich glaube aber, das ist in Frankreich echt auch nochmal extremer :)
    Bleib einfach wie du bist und tu was du willst! <3
    Liebe Grüße,
    Assata

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Liv, ich werde jetzt gar nicht mal Stellung nehmen, ob es verrückt ist, auf Fleisch zu verzichten oder ob es idiotisch ist, Fleisch zu essen. Ich möchte lieber etwas dazu sagen, dass du das tust, was du tust. Bzw. das isst, was du isst.
    Ich finde es gut, dass du für dich einen Weg gefunden hast, auch wenn sicher noch das ein oder andere Fettnäpfchen hinzukommen wird. Hoffentlich kannst du bei deinem Weg bleiben, ohne dass dich nervige Kommentare stören, denn die werden sicherlich nicht ausbleiben. Aber genau, wie du das selber schon geschrieben hast: recht machen kann man es nur einem; sich selbst. Und genau darum geht es ja.
    Wie es nun mit deinem BLog und den Rezepten weitergeht, darauf bin ich schon gespannt.

    AntwortenLöschen
  8. Toller Beitrag und genau so sehe ich es auch. Jeder sollte essen wie er mag und es vertreten kann. Ich glaube, dass darüber nachdenken und sich bewusst machen was man ist und wo es herkommt schon ein großer Schritt ist und nicht alles als selbstverständlich hingenommen werden sollte. Ich bin Vegetarier, bin auch nicht abgeneigt vegan zu leben, möchte aber einfach den Luxus nicht missen irgendwo eine Latte zu trinken, auch im Dorfcafé ohne Sojamilch sondern nur mit Kuhmilch. Auf Fisch kann ich am schwersten verzichten und wenn ich das Gefühl haben sollte ich muss Fisch essen und das Gefühl geht nicht weg, werde ich es auch wieder tun. So ist es auch mit Fleisch, aber bisher vermisse ich es nicht. Das mit dem Geruch hat sich bei mir in der Zwischenzeit verändert und manchmal kann ich den Geruch kaum noch ertragen, manche Fleischgerichte riechen aber auch gut :)

    Ich glaube, die bewussten und dafür seltenen Tieresser sind die Zukunft ;)

    Liebe Grüße
    Razi

    AntwortenLöschen
  9. Hi Liv!
    Ach, ich verstehe dich! Ich esse zwar Fleisch, aber nur zu Hause, das von meinem Metzger, bei dem ich weiß, wo es herkommt und mir schmeckt. Das ist zwar teurer, man braucht aber auch viel weniger um satt zu sein. Mein Fleischkonsum ist trotzdem drastisch zurück gegangen. In der Mensa jeden Tag die Wahl zwischen einem vegetarischen Gericht und Salat zu haben macht mich aber regelmäßig wahnsinnig... Nadja, ich bin mir sicher, dass sich auch da in Zukunft was tut. So lange esse ich, was ich mag und ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann.
    Ich bin gespannt, wie sich dein Blog entwickelt und hoffe auf weitere tolle Rezepte, egal ob vegane oder andere!
    Liebe Grüße,
    Larissa

    AntwortenLöschen
  10. liebe liv,

    du sprichst mir sehr aus dem herzen. ich konnte mich auch immer nur schwer an vorsätze halten. vor allem mag ich sie auch nicht, weil sie einen einschränken, mit vorgefertigten käfigen. warum sollte man sich nicht seine eigenen regeln machen können? regeln, mit denen man sich wohlfühlt, und mit denen man selbst, man persönlich, leben kann! darum geht es doch auch. sich selbst maßregeln, bis man nicht mehr man selbst ist, ist blöde. dogmen sind blöde, wenn sie dich von dir selbst entfremden.

    ich habe die vegane lebensweise versucht. ich bin laktoseintolerant und dachte, das ist der beste weg, für mich. bis ich dann gemerkt habe, dass mir ein richtig gutes stück fleisch oder auch mal gut zubereitetes sushi fehlt. und ich auch mangelerscheinungen an meinem körper bemerkt habe - also versuche ich nun, einen mittelweg für mich zu finden - bewusst zu essen, aber eben bewusst. das ist das beste, was man sich und seinem körper, und seiner psyche! geben kann.

    liebe grüße
    dahi

    AntwortenLöschen
  11. Hi Liv,
    grad erst gelesen. Schön geschrieben :-) und spiegelt auch in etwa das wieder, wie ich (nicht nur der Ernährung gegenüber) empfinde: Mit sich selbst und seinen Gedanken im Reinen sein, wertschätzend und respektvoll seiner menschlichen, tierischen und generellen Umwelt gegenübertreten....dann denkt man über vieles, und gerade über Ernährung ganz anders.

    In den letzten 20 Jahren wurde in Sachen Ernährung udn Lebensmittel viel kaputt gewirtschaftet, doch wenn die momentane Entwicklung so weitergeht, sind wir alle auf einem guten Weg. Langsam aber stetig :-)

    Liebe Grüße, Franzi

    AntwortenLöschen
  12. Hej Liv, deine Einstellung finde ich großartig und ich denke ganz genauso. Es braucht irgendwie Zeit, bis man realisiert, dass dieses "es-ist-zwar-nicht-flauschig-aber-trotzdem-zum-knuddeln"-Schweinchen uns andererseits das Wasser im Mund zusammen fließen lässt, wenn man sein gegrilltes Fleisch riecht. Und: Fleisch im Supermarkt sieht einfach nicht nach Tier aus. Spanferkel schon eher. Spanferkel war schon immer uncool. Auf der anderen Seite haben wir Menschen früher auch Schweine gehalten wie Haustiere, heute sind es Hunde. Essen Chinesen Hunde, gibt es riesengroße Diskussionen. Die Welt ist schon ziemlich seltsam.
    Ich denke, es geht nicht darum, 100% vegan zu leben, sondern so, wie du es mit dir vereinbaren kannst. So, wie du dich dabei fühlst und nur das, was dir gut tut. Ich habe (leider) auch schnell festgestellt, dass ein rein veganes Leben neben Uni und Job - auch in Leipzig - für mich nicht möglich ist.
    Das Leben soll Spaß machen und nicht aus Verzicht bestehen à la "Mist, ich hab so einen Hunger, aber hier gibt's einfach nichts Veganes im Café".

    Stay true :)

    AntwortenLöschen
  13. Liebe Liv, endlich schaffe ich es auch mal meinen Senf dazu zu geben :-)
    Was ich generell schade finde, dass unsere Gesellschaft von diesem alles oder nichts Denken geprägt ist. Ich bin es von Haus aus gewohnt, immer wieder vegane Wochen einzulegen. Ich esse Fleisch, ich esse gern Fleisch und könnte für knusprig gebratenen Speck alles stehen und liegen lassen. Aber mir ist klar, dass jedes Steak, Schinken, Bürger etc. ein Lebewesen war. Dass hinter all den Milchprodukten, eine riesen Milchindustrie steckt. Bewusste ernähren, bewusst einkaufen (und das bedeuten mehr als auf ein Biosiegel zu achten) - das ist der erste Schritt. Alles andere kommt dann, es hilft, auch mal "Verzicht" üben zu können. Vieles muss auch eben einfach nicht sein. Mir geht's wie dir. Mir fällt es schwer Vorsätze einzuhalten, deswegen ernähre ich mich so, wie es sich mit meinem Gewissen, meinen Geldbeutel und vor allen meinem Geschmack vereinbaren lässt :-)

    AntwortenLöschen

Hover to Pin

Blog Design by Get Polished