Sonntag, 12. Mai 2013

Löwenzahnsirup - Von gelben Fingern und Rückenschmerzen..

Nach all der langen Arbeit hätte ich wohl nicht gedacht, dass ich diesen Satz einmal sagen werden, aber: Der Sirup ist fertig!


Am Männertag (dem einzig nicht-verregneten Tag der letzten Zeit) habe ich mich spontan dazu entschieden, Löwenzahnsirup herzustellen - gesagt getan und ab aufs Feld. 
Fernab von Abgasen und all zu viel Hundepipi wurde fleißig losgepflückt - und mit einem riesigen Berg Löwenzahnblüten habe ich mich dann rausgesetzt und angefangen zu zupfen..

Auf Facebook konntet ihr ja raten, wie viele Blüten ich für diese Menge an Blütenblättern auszupfen musste:



Ganze 562 Stück! Und wie genau aus diesen kleinen Blütenblättern jetzt Sirup wird und was ihr alles dafür braucht, verrate ich euch jetzt :)

Was ihr braucht

  • rund 550 Löwenzahnblüten
  • 2 Liter Wasser
  • 2 EL Zitronensaft
  • 2 kg Zucker
  • 1 Vanilleschote
  • sterile Gläser

Wie ihr es macht:

Ein paar Vorworte zum Pflücken:
Für die 562 Blüten habe ich ca. 1 1/2h gebraucht - inklusive Heimtransport. Dafür bin ich einfach mit einem kleinen Küchenmesser und Stoffbeutel aufs Feld gegangen und habe munter drauf los gepflückt.
Wichtig ist hierbei, dass ihr an einem sonnigen Tag pflückt, wenn die Blüten schön geöffnet sind. Sollten kleinere Käfer eure Wunschblüte in Beschlag genommen haben, einfach ein paar Mal pusten!
Sucht euch am besten eine abgelegene Stelle zum Sammeln, wo weder Autos noch all zu viele Hunde hinkommen - denn die Blüten werden vor der Weiterverarbeitung nicht gewaschen!
Ihr habt alle Blüten gesammelt? Nun - dann kann es auch schon losgehen :)

1 Zupft eure Blüten aus - dafür greift ihr immer ein paar Blütenblätter und zieht sanft aber bestimmt.
Am Ende darf kein Grün in den Topf mit den Blütenblättern landen!
Anmerkung: für 562 habe ich ca. 2 1/2 - 3h lang gezupft - ich will niemanden abschrecken, aber ich selbst hätte diese Zeitangabe vorher gerne gewusst ;)
Meine Finger sahen danach aus wie von den Simpsons & von meinen Rückenschmerzen will ich gar nicht erst anfangen..
Wer will, kann das Grüne auch einfach mit einem Messer abschneiden, dann gehen aber viele Blütenblätter verloren!


2 Die Blütenblätter übergießt ihr dann mit 2 Litern Wasser und gebt den Zitronensaft hinzu.  Lasst alles aufkochen und dann 20 Minuten köcheln, bevor ihr den Topf vom Herd nehmt und über Nacht stehen lasst.



3 Am nächsten Morgen seiht ihr die Blütenblätter am besten durch ein Mulltuch oder sauberes Geschirrtuch ab. Jeder kleine Tropfen Flüssigkeit wird aufgefangen, weswegen es auch wichtig ist, die Blüten danach schöööön kräftig auszupressen!



4 Der aufgefangene Saft (der in keinster Weise an irgendeine Körperflüssigkeit erinnert.. nein nein) kommt zurück in den Topf. Erwärmt ihn sanft auf mittlerer Stufe.
In der Zwischenzeit kratzt ihr das Mark der Vanilleschote aus und gebt dieses dann zusammen mit der Schote und dem Zucker zu dem Saft. Rührt alles gut um und lasst es aufkochen.

Eine kleine Anmerkung zur Vanilleschote, da es immer wieder Leute gibt, die sagen "Norr muss das wirklich sein? Eine ganze Schote dafür verschwenden?"
Jaaaa.. muss sein!
Normalerweise kaufe ich meine Vanilleschoten in der Stuttgarter Markthalle, da decke ich mich dann auch gleich fürs ganze Jahr ein (mir reichen meistens 4-5 Stück). Für den Sirup habe ich dieses Mal die Vanilleschote von Dr. Oetker verwendet, einfach um mal den Unterschied herauszufinden.


Die Schote kommt wie gewohnt in einem kleinen Glasröhrchen an - welches luftdicht verschließbar ist. Vom Geruch und Geschmack her kann ich keinen großen Unterschied feststellen - einzig die Haptik ist etwas anders. So ist die Dr. Oetker Schote eher trocken - während meine 'normalen' schon fast klebrig sind. Was nun besser ist, kann jeder selbst entscheiden.
Und noch ein Tipp: wer nur das Mark verwenden will, stellt die übrig gebliebene, ausgekratzte Schote einfach in ein hohes Schraubglas mit Zucker - dann habt ihr das ganze Jahr über herrlichen Vanillezucker ♥

5 Der Sud muss dann einige lange Zeit vor sich hinköcheln - in etwa 2 - 3h. Rührt währenddessen immer wieder um und macht nach 2h schon mal die Probe, ob der Sirup (der sollte jetzt etwas an sehr flüssigen Honig erinnern)  - fest wird, wenn ihr ihn auf eine kalte Untertasse gebt. 
Je nachdem, wie fest ihr ihn haben wollt (wir hätte die Kategorien Honig, Aufstrich, Großtantes Sonntagsbraten, Schuhsohle und Beton zur Auswahl) - lasst ihr ihn noch mehr einköcheln.

6 Ist die gewünschte Konsistenz erreicht, füllt ihr ihn in eure sauberen Gläser ab. Achtung bitte! Der Sirup ist super heiß und klebt fürchterlich :D
Hier ein Blick auf meine Gesamtausbeute:


Da ihr selbst bestimmt, wie weit euer Sirup reduziert, stellt ihr einfach einen Vorrat an Gläsern bereit, der insgesamt 2 Liter fassen kann - und befüllt dann immer eins nach dem anderen.
Kleine Gläser am besten bis zum Schluss aufheben, da lassen sich gut die letzten Reste unterbringen!

7 Die abgekühlten Gläser könnt ihr dann nach Lust und Laune dekorieren und verschenken oder alles selbst auslöffeln ♥




Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Wochenende & denkt heute noch lieber als sonst an eure tollen Mamis! ♥


Als kleine Ergänzung noch zu der Frage, was man alles mit dem Sirup anstellen kann & wie er schmeckt:
Ich persönlich habe ihn bis jetzt nur im Tee oder pur genossen (also als Zucker bzw. Honigersatz) - er ist gut für Hals und Stimme und schmeckt schon fast wie Honig, allerdings etwas herber im Nachgeschmack :)
Ab Morgen kommt er dann auch aufs Müsli und in den Joghurt - ich stelle mir ihn auch super gut als i-Tüpfelchen auf einem Sahne-Frosting von Cupcakes oder Torten vor. 

Ich denke, allgemein alles, was man sonst mit Honig süßen würde, kann man getrost auch mal mit Löwenzahnsirup probieren!
Waffeln, heiße Milch, ein Butterbrot... ♥

Im Internet habe ich übrigens auch eine Variante mit braunem Zucker & Zimt gefunden - die wird irgendwann auch noch einmal verköstigt!


Da sich die Familie auch über das ein oder andere Glässchen freuen darf (ganz besonders natürlich die Mami und Omis) - reiche ich das Rezept gerne noch beim Küchenplauch Muttertags-Event ein ♥

Muttertag Rezepte

Kommentare :

  1. Das sieht wirklich toll aus :)
    Was kann man denn alles mit dem Löwenzahnsirup machen?

    Liebe Grüße

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    1. Hallo liebe Anja - danke für deine Frage, ich habe die Antwort gleich mal oben im Post ergänzt :)

      Der Sirup soll gut gegen Halsweh/Husten sein und dient im allgemeinen als Honigersatz/-austausch. Er schmeckt etwas herber als Honig, weswegen es auch nicht zu süß im Mund wird :)
      Einfach in den Tee oder aufs Brot - oder gleich so in den Mund!

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  2. Der Sirup sieht sehr lecker aus!
    Aber das war schon eine wahnsinns Arbeit.
    Lohnt sich der Aufwand?
    Würdest Du es nochmals machen?
    LG
    Karina

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    1. Hallo Karina!

      Ehrlich gesagt: hätte ich vorher gewusst, wie lange ich daran sitzen würde, hätte ich es mir sicherlich noch einmal überlegt. Auf der anderen Seite habe ich am Ende so viele Gläser Sirup, dass sich die Arbeit auf jeden Fall gelohnt hat!
      Wenn man nur 2 große Gläser haben will, braucht man ja auch nicht so viel zu sammeln, ergo nicht so viel zu zupfen - also ganz klar: auf jeden Fall noch mal machen! :)

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    2. Hallo Liv!
      Danke schön :-)
      Ich muss gestehen es kribbelt in meinen Fingern.
      Ich glaube wenn das Wetter wieder wärmer und schöner wird werde ich es auch probieren ;-)
      Ich wüsche Dir einen schönen Sonntag ♥

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  3. oh wow, das sieht nach viel arbeit aus!
    aber sieht wirklich lecker aus :)
    und du hast übrigens ein super schönes design ♥
    liebste grüße

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  4. wow sowas habe ich noch nie gehört, müsste man wirklich mal ausprobieren!:)

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  5. Sieht echt klasse aus. Könnte man die Menge auch reduzieren und nur 1 oder 2 Gläser herstellen oder funktioniert das ganze dann nicht ?

    Liebe Grüße :)

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    1. Hey!
      Das mit dem reduzieren klappt super!
      Du kannst zb auch nur 250g Blüten auf 1 Liter Wasser und 1 kg Zucker geben - und wenn du das ganze dann länger einköcheln lässt, reicht das für 2 große Gläser.
      Wichtig ist nur, dass Wasser-Zucker- und Blütenmenge gleichmäßig reduziert werden :)

      Viel Spaß damit!

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  6. Hey Liv, der Löwenzahnsirup sieht klasse aus :)
    Ich find's toll, dass du den kleinen Absatz über die Verwendung noch hinzugefügt hast, ich habe mich nämlich auch die ganze Zeit gefragt, was man damit machen sollte.
    In Joghurt stelle ich ihn mir toll vor :)
    Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag :)!

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  7. Ich habe am männertag auch mit meiner schwester versucht honig herzustellen. Allerdings mit einem anderen rezept und der honig war kein honig mehr, sondern steinhart. Die ganze Arbeit war also sinnlos. Aber vllt probiere ich es nochmal mit deinem rezept :)

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  8. Hört sich super lecker an, davon habe ich noch nie gehört. Ich halte mal meine Augen offen, ob ich mal so viel Löwenzahn finde (:
    Ach, und dnake für die ausführliche Erklärung zur Herstellung des Sirups (:

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  9. Ach das ist ja witzig, haben wir letzte Woche nämlich auch gemacht :) Aber mit frischen Ingwerstücken zusammen und es schmeckt sogar richtig gut ! Das hätte ich nicht gedacht :) Schmeckt zwar ein bisschen wie Hustensaft, aber wie ein leckerer Hustensaft :D Ich schmier mir das jetzt immer aufs Brot.

    lg
    Denise

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  10. Oha, Löwenzahnsirup, das gefällt mir! : ) Sirupse jeder Art sind voll nach meinem Geschmack und wenn ich mir das so ansehe, kribbelt es doch gleich in den Fingern und zieht es mich nach draußen auf die Wiese. ... Na ja, vielleicht nicht so bald, ich hab gerade nicht genug Zeit zum Blütenpulen. : ) Jedenfalls- schöne Idee, schöner Blog, leckerer Schnurrrrbartkuchen. Ich muss es wissen, ich durfte ihn kosten. (Und habe etwas in C.s Küche gekrümelt, ich gestehe. Hihi.) Vielleicht bis bald, im virtuellen oder ganz und gar realen Leben, liebste Grüße, Maike : )

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  11. das klingt ja sehr lecker :) aber ich glaub ich bin zu faul, das nachzumachen :D
    lg
    http://pearlsheavenblog.blogspot.de

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  12. Sieht sehr lecker aus! Aber ich glaube das wär mir ein bisschen zu viel Arbeit.

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