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Hey, ich bin Liv und das ist mein Blog. Ich wünsche dir eine tolle Zeit auf TYFE — es gibt viel zu entdecken!
Empowerment
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| Foto: Billie / Unsplash |
Wieso wir uns vom "Orgasmusdruck" nicht verrückt machen lassen sollten.
In einem Artikel des JOYclub-Magazins schrieb ich vor einiger Zeit folgenden Absatz – und möchte dazu auch noch einmal auf meinem eigenen Blog das Wort ergreifen: "Und? Bist du gekommen?" Nichts nervt mich beim Sex mehr als dieser Satz. Außer vielleicht Socken. Häufig kommen Menschen mit Uterus [Anm. d. R. im alten Artikel ist noch von "Frauen" die Rede] beim Sex nicht zum Orgasmus, meistens zumindest. Doch das muss kein großes Problem sein, zu dem es immer stigmatisiert wird.
Sex ist trotzdem toll, aufregend, atem(be)raubend. Da liegst du in deinem post-coitus bliss im Bett und möchtest dich nur an den Menschen schmiegen, der dir diese tollen Gefühle beschert hat - und bekommst stattdessen so eine Frage an den Kopf geworfen.
Antwortest du mit "Nein." fangen beim Gegenüber die Rädchen an zu rattern. Es folgen unweigerlich weitere Fragen: "Lag es an mir? War ich nicht gut? Stimmt etwas bei dir nicht?". Wenn sie nicht laut gestellt werden, merkt man zumindest an der anhaltenden Stille, dass es innerlich arbeitet.
Antwortest du mit "Ja." hast du zwar Ruhe, aber dem Gegenüber ein falsche Bild vermittelt. Und musst dich dem selben "Problem" spätestens beim nächsten Mal erneut stellen. Was also tun?
Woher kommt Orgasmusdruck?
Schaut man in Literatur und Film wird der Orgasmus als DAS ultimative Ziel der sexuellen Vereinigung gesehen. Er wird mit allerlei blumigen Worten umschrieben: von Fontänen des Glücks, explodierendem Feuerwerk der Lust und sogar von einem alles blendenden, weißen Licht ist die Rede.
Es gibt sicherlich Menschen, die beim Sex genau zu so einem Orgasmus kommen. Und das ist wunderbar! Aber es gibt ebenso viele Menschen (vor allem Menschen mit Uterus), die beim Sex eben nicht zum Orgasmus kommen. Zumindest nicht allein durch Penetration. Sie brauchen eine zusätzliche Stimulation (zum Beispiel der Klitoris) – durch die:den Sexpartner:in, ein Toy oder sich selbst. Und auch dann ist es noch kein Garant dafür, dass sich der Orgasmus auch einstellt..
Ich zähle mich übrigens auch dazu. Während ich mich mit meiner "Orgasmuslosigkeit" beim Sex sehr gut angefreundet habe und es für mich überhaupt kein Problem ist, merke ich rückblickend schon, dass ich bei meinen Sex-Partnern ziemliche Überzeugungsarbeit leisten musste. Es scheint bei dem Großteil der Menschen mit Penis im Kopf verankert zu sein, dass sie es im Bett nur bringen, wenn sie dich/mich/alle anderen zum Orgasmus bringen. Schade eigentlich. Schließlich gibt es doch so viel mehr, was beim Sex Spaß macht.
Doch das vergessen wir und denken nur noch an das EINE Ziel: den Orgasmus. Und was machen wir, wenn wir das Ziel nicht erreichen? Entweder brechen wir ab – oder wir täuschen vor.
Orgasmus vortäuschen?
Hast du schon mal einen Orgasmus vorgetäuscht? Um den Sex endlich zu Ende zu bringen oder um das Ego deines Gegenübers nicht zu verletzen? Ich schon. Vor allem zu Beginn meiner sexuellen Phase im Teenageralter. Schließlich wollte ich nicht, dass der jeweilige Sex-Partner denkt, er wäre schlecht im Bett – oder noch schlimmer, dass mit mir etwas nicht "in Ordnung" ist!
Mit den Jahren bin ich wesentlich entspannter und offener geworden. Bei meinen späteren Beziehungen machte ich direkt am Anfang klar: "Ich habe super selten Orgasmen beim reinen Sex, eigentlich nie. Das ist okay für mich, ja wirklich, und jetzt hör auf, wie ein Auto zu gucken!" Bye bye, kein Vortäuschen mehr!
Für den Artikel im JOYclub habe ich damals auch eine Umfrage von 5.000 Menschen mit Penis ausgewertet. Und Surprise: Während 71 % der Befragten sich denken können, dass der Orgasmus vorgetäuscht wird, um das Ego nicht zu verletzten, hätten nur 25 % tatsächlich ein (Ego-)Problem damit, wenn es keinen Orgasmus für das Gegenüber beim Sex gibt.
Und wo wir gerade dabei sind: Bei Gesprächen im Freund:innenkreis stellte sich schnell heraus – auch Menschen mit Penis machen sich Orgamusdruck, wenn vielleicht auch auf andere Weise.
"Wenn ich das erste mal mit einer Dame im Bett lande, ist da diese krasse Performance-Angst. Stell dir nur mal vor, die hat keinen Orgasmus beim Sex? Was denkt sie denn dann von mir? Manchmal vergesse ich vor lauter Angst meinen eigenen Orgasmus."
Was lernen wir daraus: Mehr Kommunikation würde (auch im Bett) so einiges einfacher machen...
Und was kann man nun tun?
Um sich vom Orgasmusdruck zu lösen, gibt es viele Wege. Der beste und simpelste Weg ist sicherlich die ...
- Kommunikation
Sag zukünftigen Sex-Partner:innen, wie du gerne beim Sex angefasst werden möchtest. Welche Stellungen dir am meisten gefallen, dass du ein Toy brauchst, um zum Orgasmus zu kommen – vielleicht masturbiert ihr sogar gemeinsam, um das zu entdecken. Schließlich hilft die Studie am lebenden Objekt oft mehr als jede blumige Beschreibung. Sag, dass du beim Sex nicht zum Orgasmus kommst. Und das das nicht schlimm ist.
Das selbe gilt übrigens auch für dich ganz persönlich: Sag dir selbst, dass es okay ist, nicht zu kommen. Dass der Sex kein Spiel ist, dass du gewinnen musst, sondern ein Spiel, dass dir Spaß machen soll! Denn: Solange der Sex dir macht, du die Nähe zu deinem Gegenüber genießt, dich wohl fühlst und fallen lassen kannst, ist es vollkommen egal, ob am Ende ein Orgasmus steht – oder eben nicht.
Kommunikation hilft übrigens auch, wenn du sonst eigentlich immer zum Orgasmus kommst, aber merkst, dass es heute einfach nichts mehr wird. Statt was vorzutäuschen (wir haben ja eben gelernt, das ist ganz schlecht!), einfach ansprechen.
- Orgasmus-Training
Wenn du trotz dieses ganzen Textes jetzt gerne eine "handfeste" Möglichkeit haben möchtest, beim Sex einen Orgasmus zu haben, kannst du dich mit dem Thema Beckenboden-Training auseinandersetzten. Ich habe zum Beispiel vor zwei Jahren im Rahmen meines Jobs einen Intimfitness-Kurs mitgemacht. Am Ende hatte ich zwar trotzdem keine rein vaginalen Orgasmen beim Sex – aber ich habe alles in allem mehr gespürt. Und es war eine tolle Erfahrung, sich selbst und den Körper besser kennenzulernen!
Noch ein paar mehr Tipps habe ich in diesem Video für den Kanal "ohja!" gesammelt. Wer interessiert ist, schaut gerne rein:
Damit bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, was mein digitales Selbst nicht schon erwähnt hat. Passt auf euch auf! ♥
Disclaimer: Im Zuge meiner Arbeit für den JOYclub & ohja! habe ich in den letzten Jahren viele Themen rund um Sex & Erotik aufgearbeitet. Dabei habe ich mir zu vielen Themen eine eigene Meinung gebildet, die ich gerne auf meinem Blog mit euch teilen möchte. Um meine Beiträge so informativ wie möglich zu gestalten, spicke ich sie mit Links, Videos und anderen Dingen, die ich in meinem Job ausgearbeitet habe. Ich werde für diesen Blogbeitrag hier in keinster Weise bezahlt.
Orgasmusdruck #KeinOrgasmusKeinProblem
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| Foto: Billie / Unsplash |
Wieso wir uns vom "Orgasmusdruck" nicht verrückt machen lassen sollten.
In einem Artikel des JOYclub-Magazins schrieb ich vor einiger Zeit folgenden Absatz – und möchte dazu auch noch einmal auf meinem eigenen Blog das Wort ergreifen: "Und? Bist du gekommen?" Nichts nervt mich beim Sex mehr als dieser Satz. Außer vielleicht Socken. Häufig kommen Menschen mit Uterus [Anm. d. R. im alten Artikel ist noch von "Frauen" die Rede] beim Sex nicht zum Orgasmus, meistens zumindest. Doch das muss kein großes Problem sein, zu dem es immer stigmatisiert wird.
Sex ist trotzdem toll, aufregend, atem(be)raubend. Da liegst du in deinem post-coitus bliss im Bett und möchtest dich nur an den Menschen schmiegen, der dir diese tollen Gefühle beschert hat - und bekommst stattdessen so eine Frage an den Kopf geworfen.
Antwortest du mit "Nein." fangen beim Gegenüber die Rädchen an zu rattern. Es folgen unweigerlich weitere Fragen: "Lag es an mir? War ich nicht gut? Stimmt etwas bei dir nicht?". Wenn sie nicht laut gestellt werden, merkt man zumindest an der anhaltenden Stille, dass es innerlich arbeitet.
Antwortest du mit "Ja." hast du zwar Ruhe, aber dem Gegenüber ein falsche Bild vermittelt. Und musst dich dem selben "Problem" spätestens beim nächsten Mal erneut stellen. Was also tun?
Woher kommt Orgasmusdruck?
Schaut man in Literatur und Film wird der Orgasmus als DAS ultimative Ziel der sexuellen Vereinigung gesehen. Er wird mit allerlei blumigen Worten umschrieben: von Fontänen des Glücks, explodierendem Feuerwerk der Lust und sogar von einem alles blendenden, weißen Licht ist die Rede.
Es gibt sicherlich Menschen, die beim Sex genau zu so einem Orgasmus kommen. Und das ist wunderbar! Aber es gibt ebenso viele Menschen (vor allem Menschen mit Uterus), die beim Sex eben nicht zum Orgasmus kommen. Zumindest nicht allein durch Penetration. Sie brauchen eine zusätzliche Stimulation (zum Beispiel der Klitoris) – durch die:den Sexpartner:in, ein Toy oder sich selbst. Und auch dann ist es noch kein Garant dafür, dass sich der Orgasmus auch einstellt..
Ich zähle mich übrigens auch dazu. Während ich mich mit meiner "Orgasmuslosigkeit" beim Sex sehr gut angefreundet habe und es für mich überhaupt kein Problem ist, merke ich rückblickend schon, dass ich bei meinen Sex-Partnern ziemliche Überzeugungsarbeit leisten musste. Es scheint bei dem Großteil der Menschen mit Penis im Kopf verankert zu sein, dass sie es im Bett nur bringen, wenn sie dich/mich/alle anderen zum Orgasmus bringen. Schade eigentlich. Schließlich gibt es doch so viel mehr, was beim Sex Spaß macht.
Doch das vergessen wir und denken nur noch an das EINE Ziel: den Orgasmus. Und was machen wir, wenn wir das Ziel nicht erreichen? Entweder brechen wir ab – oder wir täuschen vor.
Orgasmus vortäuschen?
Hast du schon mal einen Orgasmus vorgetäuscht? Um den Sex endlich zu Ende zu bringen oder um das Ego deines Gegenübers nicht zu verletzen? Ich schon. Vor allem zu Beginn meiner sexuellen Phase im Teenageralter. Schließlich wollte ich nicht, dass der jeweilige Sex-Partner denkt, er wäre schlecht im Bett – oder noch schlimmer, dass mit mir etwas nicht "in Ordnung" ist!
Mit den Jahren bin ich wesentlich entspannter und offener geworden. Bei meinen späteren Beziehungen machte ich direkt am Anfang klar: "Ich habe super selten Orgasmen beim reinen Sex, eigentlich nie. Das ist okay für mich, ja wirklich, und jetzt hör auf, wie ein Auto zu gucken!" Bye bye, kein Vortäuschen mehr!
Für den Artikel im JOYclub habe ich damals auch eine Umfrage von 5.000 Menschen mit Penis ausgewertet. Und Surprise: Während 71 % der Befragten sich denken können, dass der Orgasmus vorgetäuscht wird, um das Ego nicht zu verletzten, hätten nur 25 % tatsächlich ein (Ego-)Problem damit, wenn es keinen Orgasmus für das Gegenüber beim Sex gibt.
Und wo wir gerade dabei sind: Bei Gesprächen im Freund:innenkreis stellte sich schnell heraus – auch Menschen mit Penis machen sich Orgamusdruck, wenn vielleicht auch auf andere Weise.
"Wenn ich das erste mal mit einer Dame im Bett lande, ist da diese krasse Performance-Angst. Stell dir nur mal vor, die hat keinen Orgasmus beim Sex? Was denkt sie denn dann von mir? Manchmal vergesse ich vor lauter Angst meinen eigenen Orgasmus."
Was lernen wir daraus: Mehr Kommunikation würde (auch im Bett) so einiges einfacher machen...
Und was kann man nun tun?
Um sich vom Orgasmusdruck zu lösen, gibt es viele Wege. Der beste und simpelste Weg ist sicherlich die ...
- Kommunikation
Sag zukünftigen Sex-Partner:innen, wie du gerne beim Sex angefasst werden möchtest. Welche Stellungen dir am meisten gefallen, dass du ein Toy brauchst, um zum Orgasmus zu kommen – vielleicht masturbiert ihr sogar gemeinsam, um das zu entdecken. Schließlich hilft die Studie am lebenden Objekt oft mehr als jede blumige Beschreibung. Sag, dass du beim Sex nicht zum Orgasmus kommst. Und das das nicht schlimm ist.
Das selbe gilt übrigens auch für dich ganz persönlich: Sag dir selbst, dass es okay ist, nicht zu kommen. Dass der Sex kein Spiel ist, dass du gewinnen musst, sondern ein Spiel, dass dir Spaß machen soll! Denn: Solange der Sex dir macht, du die Nähe zu deinem Gegenüber genießt, dich wohl fühlst und fallen lassen kannst, ist es vollkommen egal, ob am Ende ein Orgasmus steht – oder eben nicht.
Kommunikation hilft übrigens auch, wenn du sonst eigentlich immer zum Orgasmus kommst, aber merkst, dass es heute einfach nichts mehr wird. Statt was vorzutäuschen (wir haben ja eben gelernt, das ist ganz schlecht!), einfach ansprechen.
- Orgasmus-Training
Wenn du trotz dieses ganzen Textes jetzt gerne eine "handfeste" Möglichkeit haben möchtest, beim Sex einen Orgasmus zu haben, kannst du dich mit dem Thema Beckenboden-Training auseinandersetzten. Ich habe zum Beispiel vor zwei Jahren im Rahmen meines Jobs einen Intimfitness-Kurs mitgemacht. Am Ende hatte ich zwar trotzdem keine rein vaginalen Orgasmen beim Sex – aber ich habe alles in allem mehr gespürt. Und es war eine tolle Erfahrung, sich selbst und den Körper besser kennenzulernen!
Noch ein paar mehr Tipps habe ich in diesem Video für den Kanal "ohja!" gesammelt. Wer interessiert ist, schaut gerne rein:
Damit bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, was mein digitales Selbst nicht schon erwähnt hat. Passt auf euch auf! ♥
Disclaimer: Im Zuge meiner Arbeit für den JOYclub & ohja! habe ich in den letzten Jahren viele Themen rund um Sex & Erotik aufgearbeitet. Dabei habe ich mir zu vielen Themen eine eigene Meinung gebildet, die ich gerne auf meinem Blog mit euch teilen möchte. Um meine Beiträge so informativ wie möglich zu gestalten, spicke ich sie mit Links, Videos und anderen Dingen, die ich in meinem Job ausgearbeitet habe. Ich werde für diesen Blogbeitrag hier in keinster Weise bezahlt.
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| © Chris Marten Photo- & Videography |
Ein paar wichtige Worte zu Beginn: Mir ist bewusst, dass meine Erfahrungen sich auf keinen anderen Menschen 1:1 übertragen lassen. Aber vielleicht machen sie ja anderen Frauen Mut, die auch überlegen, die Pille abzusetzen. Das wäre für mich schon mehr, als ich mir mit diesem Beitrag erhofft habe! Mich würde es außerdem total interessieren, wie es euch beim Absetzen der Pille ergangen ist - oder ob ihr immer noch mit der Entscheidung hadert - und warum! Schreibt es in die Kommentare oder bei Instagram!
Fünf Monate zuvor
07. November 2017. Ich habe so eben die vorerst letzte 6er-Pack Anti-Baby-Pille meines Lebens gekauft. In sechs Monaten möchte ich pillenfrei sein. Früher kam das für mich gar nicht infrage. Ich schlitterte von einer Beziehung in die nächste und kam nie auf die Idee, diese augenscheinliche "Selbstbestimmung" aufzugeben, nur weil ich gerade mit niemandem das Bett teilte.Jetzt möchte ich zwar weder schwanger werden, noch bin ich Single - aber ich möchte die Pille trotzdem absetzen. Gründe dafür gibt es viele. Aber einer sticht heraus: Ich möchte endlich meinen Körper wieder richtig spüren. Über ihn selbst entscheiden.
Ich habe vor so vielen Dingen Angst. Dass meine Haut noch schlechter wird, dass mir die Haare ausfallen, dass ich zunehme, dass ich meinen Partner plötzlich nicht mehr riechen kann (bei einigen Frauen verändert die Pille wohl den Geruchssinn), dass mich meine Tage umhauen - oder eben gar nicht kommen. Dass ich in ein tiefes Loch falle. Und .. Und .. Und ..
Dennoch steht mein Entschluss fest. Ich lasse mich nicht davon abbringen - und ich bin super aufgeregt. Bye bye Pille!
Ein paar Facts, bevor das Pillen-Tagebuch beginnt:
- ich nehme die Pille seit meinem 14. Lebensjahr, also etwa zwölf Jahre
- ich habe nach jeder Blisterpackung eine reguläre Pillenpause von sieben Tagen eingelegt
- die längste Zeit (ca. 9 Jahre) habe ich die Pille Leios eingenommen
- eine Mikropille Leios enthält 0,1 mg Levonorgestrel und 0,02 mg Ethinylestradiol (falls jemand die Werte benötigt)
- häufigste Nebenwirkungen: Entzündung der Scheide, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Änderung des Geschlechtstriebs (Libido), Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Akne, Brustschmerzen, Brustvergrößerung, Brustdrüsensekretion, schmerzhafte Monatsblutung, vermehrter Ausfluss aus der Scheide, Ausbleiben der Monatsblutung, Flüssigkeitseinlagerungen und Gewichtsveränderung → könnt ihr bei mir fast überall einen Haken machen
So, jetzt lasst uns loslegen! Ich bin gespannt, wohin uns dieses Bye Bye Pillen-Tagebuch führt.
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| © Chris Marten Photo- & Videography |
Die letzte Pille & Pillenpause
Heute war es soweit, ich habe die (hoffentlich) letzte Anti-Baby-Pille geschluckt. Die letzten Monate war ich unglaublich angespannt. Am liebsten hätte ich die Pille sofort absetzen, aber im Mai wollten wir für drei Wochen durch Japan reisen. Und diese Zeit wollte ich mir von niemandem vermiesen lassen - auch nicht von meinem eigenen Körper. Eine Freundin von mir hat übrigens den gleichen Entschluss gefasst - wir haben relativ gleichzeitig unsere hormonellen Verhütungsmittel abgesetzt. Mal schauen, wer von uns welche Symptome zeigen wird!Jetzt beginnt zuerst die reguläre 7-Tage-Pause, ehe mein Körper merken wird, dass er keine neuen Hormone bekommt. Nach diesen sieben Tagen werde ich also vermutlich erste Anzeichen bemerken. Ich bin immer noch gespannt - und aufgeregt.
Die letzte Blutung der Pillenpause war wirklich hart. Ich glaube, so schlimm war sie noch nie, seit ich die Pille nehme. Es ist wahrscheinlich nur Einbildung, aber vielleicht hat mein Körper meinen Entschluss ja schon von selbst mitbekommen.Die erste Woche ohne Pille
Wow. Ich zitiere jetzt einfach meine WhatsApp-Nachricht, weil ich es besser nicht noch mal beschreiben kann: "Die ersten Tage ohne Pille war ich wie auf einer emotionalen Achterbahn. Von "ich lache bis die Tränen kommen" bis "Wutausbruch in 5 Sekunden" war alles dabei. Das geht jetzt wieder. So einigermaßen. Was ich auch bemerkt habe: Ich komme früh schlechter aus dem Bett, habe dafür aber den Tag über mehr Energie." Daran könnte ich mich gewöhnen!Haut, Haare, Körpergewicht? Alles im grünen Bereich!
Der erste Monat ohne Pille - Eisprung und schmerzende Brüste
Yay, vier Wochen "ohne" sind geschafft. Wie ist es mir bis jetzt ergangen? Nun, die Schmierblutungen haben nach zwei Wochen aufgehört — endlich. Dafür sind meine Brüste seit der 3. Woche unglaublich empfindlich. Als überzeugte Bauchschläferin muss ich mir eine andere Schlafposition suchen. Das nervt gewaltig.Wollt ihr dafür das beste Erlebnis wissen? Ungefähr zwei Wochen nach dem Absetzen spürte ich früh für ca. 20 Minuten einen stechenden/ziehenden Schmerz im rechten Unterleib. Hatte ich noch nie. Wird das wohl der Eisprung gewesen sein? Es ist auf jeden Fall unglaublich komisch, den eigenen Körper so zu spüren!
Hallelujah - Ich menstruiere!
Ein paar Tage später dann die Auflösung: Blut. Acht Tage nach dem gefühlten Eisprung setzt meine Menstruation ein. Ich habe das typische Ziehen in Bauch und Rücken, welches ich schon aus meiner Pillenpause kenne. Keine befürchteten Megaschmerzen, keine üblen Stimmungsschwankungen. Nur Blut. Verdammt viel Blut. Ich komme mir wieder sehr, sehr jung vor, als ich meine nicht mehr zu rettende Unterwäsche entsorgen muss, weil mich die Menstruation (trotz ausreichend Hygieneprodukten zu Hause und im Büro) so überrascht hat.Wer im Bio-Unterricht aufgepasst oder sich wie ich noch mal quer durchs Internet gelesen hat, weiß, dass eine Blutung acht Tage nach dem Eisprung ziemlich früh ist. Zu früh. Mit acht Tagen ist meine "Hochlage" - neues Wort gelernt! - zu kurz ausgefallen. Normal sind hier Werte zwischen 10 -16 Tagen, ehe nach dem Eisprung die Menstruation einsetzen sollte.
Mein Zyklus ist also verkürzt - Was bedeutet das für mich?
Erstmal keinen Stress machen. Die naheliegendste Erklärung: in meinem Körper ist es nach dem Absetzen der Pille zu einer Gelbkörperschwäche gekommen. Die führt dazu, dass sich meine Eizelle gar nicht oder nur sehr schwer in meiner Gebärmutter einnisten kann. Und somit blute ich dann auch eher als gewöhnlich. Das ganze pegelt sich im Normalfall um den 7. Zyklus nach dem Absetzen der Pille ein.
Ich habe die Pille ja nicht abgesetzt, um schwanger zu werden. Ich mache mir keinen Druck und werde wegen des bisschen frühen Bluts auch nicht zu meiner Frauenärztin gehen. Mein Körper soll sich langsam herantasten — vielleicht lest ihr schon im nächsten Absatz, dass meine Menstruation mittlerweile in geregelten Bahnen verläuft. Vielleicht auch nicht. Lassen wir uns überraschen!
Was ich bis jetzt sagen kann: Ich bereue es kein bisschen, die Pille abgesetzt zu haben. Hätte ich gewusst, dass es so gut läuft, wäre ich diesen Schritt schon viel eher gegangen. Doch wie so viele Frauen hatte ich Angst. Angst vor unreiner Haut, ausfallenden Haaren und Gewichtszunahme. Angst vor starken Regelschmerzen - und vor einem ausbleibenden Zyklus. Ich frage mich, ob ich mich nicht viel eher getraut hätte, wenn ich so einen Bericht wie diesen hier gelesen hätte?
Zusammenfassung: Ein Monat pillenfrei
Wie lässt sich sonst der erste Monat ohne Pille in Kürze zusammenfassen? Nun, hier sind meine festgestellten Symptome:- zu Beginn mehr Lust, hat sich mittlerweile wieder eingepegelt
- in den ersten zwei Wochen kam ich sehr schlecht früh aus dem Bett, hat sich auch wieder eingepegelt
- die ersten Wochen schmerzende Brüste, mittlerweile vorbei
- gefühlt größere Brüste, selbst nicht so sehr wahrgenommen, aber mein Umfeld (?!)
- Haut ist reiner geworden - WTF!? Wer hätte das gedacht?
- kein besonders starker Haarausfall, ich habe mich schon immer gehaart wie eine Katze
- gefühlte Gewichtszunahme am Bauch - leider haben wir keine funktionierende Waage, es bleibt beim Gefühl
- kein Heißhunger mehr auf Süßigkeiten - das ist für mich die krasseste Veränderung überhaupt!
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| Chris Marten Photo- & Videography |
Der zweite Monat ohne Pille
Der zweite Monat begann relativ unscheinbar, alles fühlte sich an 'wie immer'. Innerhalb von zwei Tagen bemerkte ich plötzlich vermehrt kleine rote Pickelchen auf meinen Schultern. Zuerst dachte ich, dass es an der starken Sonneneinstrahlung lag. Aber auch, nachdem sich das Wetter beruhig hatte, wurde die Haut nicht besser. Mit Heilerdemaske und Creme konnte ich sie ein bisschen beruhigen.Dafür etwas Positives: Zwei Wochen nach meiner letzten Regel, spürte ich abends wieder das berüchtigte Ziehen im Bauch. Ich weiß noch, dass wir gerade beim Essen auf den Balkon saßen und ich meinte "Ich glaube, ich spüre gerade wieder meinen Eisprung!"
Und siehe da: zwölf Tage später (also im perfekten Mittelmaß), kam tatsächlich meine Periode. Krasser Scheiß!
Dieses Mal hat sie mich am ersten Tag umgehauen. Ich hatte tatsächlich starke Schmerzen und konnte zum Glück den ganzen Tag auf der Couch verbringen. Davon habe ich mir meine gute und entspannte Laune nicht vermiesen lassen!
Dass meine Haut eine Woche nach dem Eisprung/vor der Periode plötzlich wieder anfing, verrückt zu spielen, fand ich dagegen nicht so prickelnd. Ich hatte endlich einmal einen Monat lang eine wirklich tolle, reine Haut. Jetzt pendel ich mich gerade wieder auf dem Stand zu Pillenzeiten ein: Pickel an Wangen und Kinn. Allerdings heilen diese wesentlich schneller ab und sind auch nicht mehr so "tief unter der Haut" wie früher. Immer das Positive sehen!
Zusammenfassung: Zwei Monate pillenfrei
Der zweite Monat geht mit ein paar Rückschlägen zu Buche. Hier findet ihr alles, was ich bei mir festgestellt habe:- ich fühle mich viel ausgeglichener, entspannter und im Reinen mit mir selbst
- meine Haut im Gesicht wurde um die Perdiode herum wieder schlechter (ungefähres Level wie zu Pillenzeiten), heilt dafür viel schneller ab
- ich bekam ebenfalls auf beiden Schultern kleine rote Pickelchen
- Haare fetten weniger schnell nach
- starke Regelschmerzen & Blutungen am ersten Tag der Periode,dafür kommt sie regelmäßig
- mein mir bekannter Heißhunger auf Süßigkeiten kehrt langsam zurück - ob das gut ist?
Drei Monate pillenfrei
Der dritte Monat ohne Pille ist rum. Ich habe in den letzten 30 Tagen viele Dinge ausprobiert: Mit Clue (unbezahlte Werbung) haben mir viele von euch eine wirklich gute Menstruations-App empfohlen. Ich nutze sie täglich und sie ist bis auf 12h super genau, was meinen Zyklus angeht. Wer nichts von solchen Apps hält (Stichwort: Datenkeule): Ich habe vorher alle Termine (wie Eisprung, Einsetzen und Stärke der Periode, Einsetzen des PMS) schriftlich in meinem Kalender festgehalten. Damit ließ sich der nächste Zyklus auch relativ genau bestimmen!Dank meiner Freundin Jule konnte ich ein paar andere Hautpflegeprodukte ausprobieren, nämlich Manna Naturkosmetik Seifen (unbezahlte Werbung). Während meines Studiums hatte ich sie schon einmal genutzt, leider ohne Erfolg. Jetzt, nach dem Absetzen der Pille, scheinen sie viel besser bei mir zu wirken - vor allem die Shea-Butter! Danke Jule ♥
Was sonst noch alles passiert ist, lest ihr jetzt in meiner Zusammenfassung!
Zusammenfassung: Drei Monate pillenfrei
Das Wichtigste zuerst: Mein Zyklus ist immer noch wunderbar regelmäßig, ich könnte die Uhr nach ihm stellen! Was ich ansonsten festgestellt habe:- Mein Haarausfall (siehe Monat 1) hat sich verstärkt, gerade nach dem Haarewaschen verliere ich viele Haare - zum Glück habe ich einen dichten Schopf, es fällt also nicht sonderlich auf
- Meine Haut lässt sich während des Zyklus in zwei Lager teilen: Ab der Hälfte der Periode bis zum Eisprung ist sie rein; ab dem Eisprung kommen die Pickel. Das nervt gewaltig! Mit den Seifen und Sheabutter hat es sich zumindest ein bisschen gebessert, auch meine Schultern sehen nicht mehr sooo schlimm aus!
- Dafür habe ich um die Zeit des Eisprungs herum folgende schöne Sache festgestellt: Mein Partner ist unglaublich aufmerksam, kuschelbedürftig und noch liebevoller als sonst. Ich weiß nicht, ob er überhaupt eine andere Wahl hat oder evolutionär dem Drang unterworfen ist, mich in meiner fruchtbaren Phase zu umsorgen. Ihm selbst ist es übrigens gar nicht so aufgefallen, für ihn war alles 'normal'. Total 'natürlich' eben. Meinetwegen kann es gerne so bleiben.
- Mein Hunger und Genuss auf und an Süßigkeiten hat sich wieder normalisiert - das könnte auch ein Grund für die schlechte Haut sein ... düdüdüdüm!
- Meine Brüste schmerzen nicht mehr, unterliegen im Zyklus aber "Umfangsschwankungen" von 1-2 Zentimetern - krasser Scheiß!
- Auch habe ich das Gefühl, dass meine Füße um die Periode herum anschwellen - geht das jemandem auch so?
- Und der für mich wichtigste Punkt: mein Geruchssinn hat sich verändert! Ich bin in den letzten Wochen unglaublich empfindlich geworden, was jede Art von Gerüchen angeht. Vor allem schlechte oder strenge Gerüche, an denen ich früher einfach nur vorbeigegangen oder sie vielleicht nicht einmal bemerkt hätte, machen mir zu schaffen. Auch haben sich einige Gerüche für mich verändert, vor allem Sachen wie Parfum, Deo oder Waschmittel! Was ich früher toll fand, finde ich jetzt höchstens mittelmäßig. Learning für die Zukunft: Erstmal keinen neuen Duft mehr kaufen.
Ein halbes Jahr pillenfrei
Jetzt kommt der typische Satz: Wow, wie schnell die Zeit vergeht! Ich bin tatsächlich schon ein halbes Jahr off-Pille? So halb im Weihnachtsstress kan man dieses besondere Datum schon mal fast vergessen. Denn so, wie vorher das Pillenehmen zu meinem Alltag gehörte, ist es jetzt das Pille-nicht-nehmen. Einfach normal!Damit ihr jetzt aber auch auf dem neuesten Stand seid, gibt es meine Zusammenfassung für sechs Monate pillenfrei:
Zusammenfassung: Sechs Monate pillenfrei
Wie immer die beste Nachricht zuerst: Mein Zyklus ist und bleibt sehr regelmäßig. Tschakka!- Mein Haarausfall geht langsam zurück. Ich bin sehr glücklich, dass ich pro Wasch- und Kämmgang (und Zwischendurch) weniger Haare lassen muss. Sie fetten allerdings immer noch sehr langsam nach, was ich ganz schön großartig finde!
- Meine Haut an den Schultern hat sich beruhigt (YEAH)! Dafür habe ich an beiden Seiten zwischen Ohr, Hals und Kinn ziemlich unreine Haut bekommen. Durch die Schalsaison wird es hier auch nicht wirklich besser. Ich hoffe auf wärmere Monate!
- Mein empfindlicher Geruchssinn ist geblieben. Ich störe mich immer noch schnell an unliebsamen Gerüchen. #sorrynotsorry
- Ich habe seit dem Absetzen der Pille 1,5 - 2 Kilo zugenommen. Das schwankt allerdings stark und ist sicherlich zyklusabhängig.
- Am ersten Tag meiner Menstruation muss ich mittlerweile leider mindestens eine Schmerztablette nehmen. Ich bin da kein Fan von, merke aber, dass Hausmittel (Bewegung, Wärme etc) an diesem Tag nicht die absolute Erleichterung bringen können. Was hilft euch?
Ein Jahr pillenfrei
Ich habe im letzten Jahr so viel über mich und meinen Körper gelernt, dass ich mich wahnsinnig ärgere, diesen Schritt nicht schon eher gegangen zu sein. Sicherlich kann man meine Erfahrungen nicht als Blaupause für jeden Menschen nehmen, aber ich hoffe, dass dieser Text, dieser Blogbeitrag und dieses (weiterlaufende) Jahresprojekt anderen Mut macht ♥
Kommen wir also jetzt endlich zum vorerst letzten Update:
Zusammenfassung: 12 Monate pillenfrei
- Mein Zyklus ist etwas länger geworden. Von vorher 27 Tagen habe ich mich über die letzten sechs Monate bei ca. 30 Tagen eingependelt.
- Meine Haare fetten wieder "durchschnittlich schnell" nach. Ich spüre mittlerweile keinen Unterschied mehr zur Zeit vor dem Absetzen der Pille.
- Meine Nägel wachsen schneller und gesünder. Mir ist erst in den letzten sechs Monaten bewusst geworden, wie schön es ist, keine splitternden Nägel mehr zu haben!
- Mein Haarausfall ist auf Niveau von vor dem Absetzen der Pille. Ihr wisst, ich haare mich schon immer wie eine Katze. In den ersten sechs Monaten ohne Pille war es deutlich schlimmer, ist nun aber immer weiter zurückgegangen.
- Seit zwei Monaten schlage ich mich mit einem stark unreinen Rücken herum. Da ich in den letzten zwölf Monaten bemerkt habe, dass gefühlt jede Körperregion (Hals, Schultern, Nacken ...) so einen Ausbruch durchmachen musste, bin ich auch hier guter Dinge, dass es sich langsam wieder in den Griff bekommen wird.
- Mein empfindlicher Geruchssinn ist geblieben. Immer noch.
- Ich habe seit dem Absetzen der Pille 1,5 - 2 Kilo zugenommen. Auch hier keine Veränderung.
- Heißhunger aus Süßigkeiten verspüre ich mittlerweile nur noch während des Eisprungs und zu Beginn meiner PMS. An den restlichen Zyklustagen habe ich tatsächlich gar keine Lust auf Schoki und Co. Schockierend!
- Bei meiner Libido konnte ich in den letzten sechs Monaten keine großartigen neuen Veränderungen feststellen. Das derzeitige Level reicht mir ;)
Ihr habt noch Fragen oder Anregungen? Schreibt sie ins Kommentarfeld oder diskutiert mit mir auf Instagram!
Erfahrungsbericht: Pille abgesetzt - Die ersten Monate
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| © Chris Marten Photo- & Videography |
Ein paar wichtige Worte zu Beginn: Mir ist bewusst, dass meine Erfahrungen sich auf keinen anderen Menschen 1:1 übertragen lassen. Aber vielleicht machen sie ja anderen Frauen Mut, die auch überlegen, die Pille abzusetzen. Das wäre für mich schon mehr, als ich mir mit diesem Beitrag erhofft habe! Mich würde es außerdem total interessieren, wie es euch beim Absetzen der Pille ergangen ist - oder ob ihr immer noch mit der Entscheidung hadert - und warum! Schreibt es in die Kommentare oder bei Instagram!
Fünf Monate zuvor
07. November 2017. Ich habe so eben die vorerst letzte 6er-Pack Anti-Baby-Pille meines Lebens gekauft. In sechs Monaten möchte ich pillenfrei sein. Früher kam das für mich gar nicht infrage. Ich schlitterte von einer Beziehung in die nächste und kam nie auf die Idee, diese augenscheinliche "Selbstbestimmung" aufzugeben, nur weil ich gerade mit niemandem das Bett teilte.Jetzt möchte ich zwar weder schwanger werden, noch bin ich Single - aber ich möchte die Pille trotzdem absetzen. Gründe dafür gibt es viele. Aber einer sticht heraus: Ich möchte endlich meinen Körper wieder richtig spüren. Über ihn selbst entscheiden.
Ich habe vor so vielen Dingen Angst. Dass meine Haut noch schlechter wird, dass mir die Haare ausfallen, dass ich zunehme, dass ich meinen Partner plötzlich nicht mehr riechen kann (bei einigen Frauen verändert die Pille wohl den Geruchssinn), dass mich meine Tage umhauen - oder eben gar nicht kommen. Dass ich in ein tiefes Loch falle. Und .. Und .. Und ..
Dennoch steht mein Entschluss fest. Ich lasse mich nicht davon abbringen - und ich bin super aufgeregt. Bye bye Pille!
Ein paar Facts, bevor das Pillen-Tagebuch beginnt:
- ich nehme die Pille seit meinem 14. Lebensjahr, also etwa zwölf Jahre
- ich habe nach jeder Blisterpackung eine reguläre Pillenpause von sieben Tagen eingelegt
- die längste Zeit (ca. 9 Jahre) habe ich die Pille Leios eingenommen
- eine Mikropille Leios enthält 0,1 mg Levonorgestrel und 0,02 mg Ethinylestradiol (falls jemand die Werte benötigt)
- häufigste Nebenwirkungen: Entzündung der Scheide, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Änderung des Geschlechtstriebs (Libido), Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Akne, Brustschmerzen, Brustvergrößerung, Brustdrüsensekretion, schmerzhafte Monatsblutung, vermehrter Ausfluss aus der Scheide, Ausbleiben der Monatsblutung, Flüssigkeitseinlagerungen und Gewichtsveränderung → könnt ihr bei mir fast überall einen Haken machen
So, jetzt lasst uns loslegen! Ich bin gespannt, wohin uns dieses Bye Bye Pillen-Tagebuch führt.
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| © Chris Marten Photo- & Videography |
Die letzte Pille & Pillenpause
Heute war es soweit, ich habe die (hoffentlich) letzte Anti-Baby-Pille geschluckt. Die letzten Monate war ich unglaublich angespannt. Am liebsten hätte ich die Pille sofort absetzen, aber im Mai wollten wir für drei Wochen durch Japan reisen. Und diese Zeit wollte ich mir von niemandem vermiesen lassen - auch nicht von meinem eigenen Körper. Eine Freundin von mir hat übrigens den gleichen Entschluss gefasst - wir haben relativ gleichzeitig unsere hormonellen Verhütungsmittel abgesetzt. Mal schauen, wer von uns welche Symptome zeigen wird!Jetzt beginnt zuerst die reguläre 7-Tage-Pause, ehe mein Körper merken wird, dass er keine neuen Hormone bekommt. Nach diesen sieben Tagen werde ich also vermutlich erste Anzeichen bemerken. Ich bin immer noch gespannt - und aufgeregt.
Die letzte Blutung der Pillenpause war wirklich hart. Ich glaube, so schlimm war sie noch nie, seit ich die Pille nehme. Es ist wahrscheinlich nur Einbildung, aber vielleicht hat mein Körper meinen Entschluss ja schon von selbst mitbekommen.Die erste Woche ohne Pille
Wow. Ich zitiere jetzt einfach meine WhatsApp-Nachricht, weil ich es besser nicht noch mal beschreiben kann: "Die ersten Tage ohne Pille war ich wie auf einer emotionalen Achterbahn. Von "ich lache bis die Tränen kommen" bis "Wutausbruch in 5 Sekunden" war alles dabei. Das geht jetzt wieder. So einigermaßen. Was ich auch bemerkt habe: Ich komme früh schlechter aus dem Bett, habe dafür aber den Tag über mehr Energie." Daran könnte ich mich gewöhnen!Haut, Haare, Körpergewicht? Alles im grünen Bereich!
Der erste Monat ohne Pille - Eisprung und schmerzende Brüste
Yay, vier Wochen "ohne" sind geschafft. Wie ist es mir bis jetzt ergangen? Nun, die Schmierblutungen haben nach zwei Wochen aufgehört — endlich. Dafür sind meine Brüste seit der 3. Woche unglaublich empfindlich. Als überzeugte Bauchschläferin muss ich mir eine andere Schlafposition suchen. Das nervt gewaltig.Wollt ihr dafür das beste Erlebnis wissen? Ungefähr zwei Wochen nach dem Absetzen spürte ich früh für ca. 20 Minuten einen stechenden/ziehenden Schmerz im rechten Unterleib. Hatte ich noch nie. Wird das wohl der Eisprung gewesen sein? Es ist auf jeden Fall unglaublich komisch, den eigenen Körper so zu spüren!
Hallelujah - Ich menstruiere!
Ein paar Tage später dann die Auflösung: Blut. Acht Tage nach dem gefühlten Eisprung setzt meine Menstruation ein. Ich habe das typische Ziehen in Bauch und Rücken, welches ich schon aus meiner Pillenpause kenne. Keine befürchteten Megaschmerzen, keine üblen Stimmungsschwankungen. Nur Blut. Verdammt viel Blut. Ich komme mir wieder sehr, sehr jung vor, als ich meine nicht mehr zu rettende Unterwäsche entsorgen muss, weil mich die Menstruation (trotz ausreichend Hygieneprodukten zu Hause und im Büro) so überrascht hat.Wer im Bio-Unterricht aufgepasst oder sich wie ich noch mal quer durchs Internet gelesen hat, weiß, dass eine Blutung acht Tage nach dem Eisprung ziemlich früh ist. Zu früh. Mit acht Tagen ist meine "Hochlage" - neues Wort gelernt! - zu kurz ausgefallen. Normal sind hier Werte zwischen 10 -16 Tagen, ehe nach dem Eisprung die Menstruation einsetzen sollte.
Mein Zyklus ist also verkürzt - Was bedeutet das für mich?
Erstmal keinen Stress machen. Die naheliegendste Erklärung: in meinem Körper ist es nach dem Absetzen der Pille zu einer Gelbkörperschwäche gekommen. Die führt dazu, dass sich meine Eizelle gar nicht oder nur sehr schwer in meiner Gebärmutter einnisten kann. Und somit blute ich dann auch eher als gewöhnlich. Das ganze pegelt sich im Normalfall um den 7. Zyklus nach dem Absetzen der Pille ein.
Ich habe die Pille ja nicht abgesetzt, um schwanger zu werden. Ich mache mir keinen Druck und werde wegen des bisschen frühen Bluts auch nicht zu meiner Frauenärztin gehen. Mein Körper soll sich langsam herantasten — vielleicht lest ihr schon im nächsten Absatz, dass meine Menstruation mittlerweile in geregelten Bahnen verläuft. Vielleicht auch nicht. Lassen wir uns überraschen!
Was ich bis jetzt sagen kann: Ich bereue es kein bisschen, die Pille abgesetzt zu haben. Hätte ich gewusst, dass es so gut läuft, wäre ich diesen Schritt schon viel eher gegangen. Doch wie so viele Frauen hatte ich Angst. Angst vor unreiner Haut, ausfallenden Haaren und Gewichtszunahme. Angst vor starken Regelschmerzen - und vor einem ausbleibenden Zyklus. Ich frage mich, ob ich mich nicht viel eher getraut hätte, wenn ich so einen Bericht wie diesen hier gelesen hätte?
Zusammenfassung: Ein Monat pillenfrei
Wie lässt sich sonst der erste Monat ohne Pille in Kürze zusammenfassen? Nun, hier sind meine festgestellten Symptome:- zu Beginn mehr Lust, hat sich mittlerweile wieder eingepegelt
- in den ersten zwei Wochen kam ich sehr schlecht früh aus dem Bett, hat sich auch wieder eingepegelt
- die ersten Wochen schmerzende Brüste, mittlerweile vorbei
- gefühlt größere Brüste, selbst nicht so sehr wahrgenommen, aber mein Umfeld (?!)
- Haut ist reiner geworden - WTF!? Wer hätte das gedacht?
- kein besonders starker Haarausfall, ich habe mich schon immer gehaart wie eine Katze
- gefühlte Gewichtszunahme am Bauch - leider haben wir keine funktionierende Waage, es bleibt beim Gefühl
- kein Heißhunger mehr auf Süßigkeiten - das ist für mich die krasseste Veränderung überhaupt!
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| Chris Marten Photo- & Videography |
Der zweite Monat ohne Pille
Der zweite Monat begann relativ unscheinbar, alles fühlte sich an 'wie immer'. Innerhalb von zwei Tagen bemerkte ich plötzlich vermehrt kleine rote Pickelchen auf meinen Schultern. Zuerst dachte ich, dass es an der starken Sonneneinstrahlung lag. Aber auch, nachdem sich das Wetter beruhig hatte, wurde die Haut nicht besser. Mit Heilerdemaske und Creme konnte ich sie ein bisschen beruhigen.Dafür etwas Positives: Zwei Wochen nach meiner letzten Regel, spürte ich abends wieder das berüchtigte Ziehen im Bauch. Ich weiß noch, dass wir gerade beim Essen auf den Balkon saßen und ich meinte "Ich glaube, ich spüre gerade wieder meinen Eisprung!"
Und siehe da: zwölf Tage später (also im perfekten Mittelmaß), kam tatsächlich meine Periode. Krasser Scheiß!
Dieses Mal hat sie mich am ersten Tag umgehauen. Ich hatte tatsächlich starke Schmerzen und konnte zum Glück den ganzen Tag auf der Couch verbringen. Davon habe ich mir meine gute und entspannte Laune nicht vermiesen lassen!
Dass meine Haut eine Woche nach dem Eisprung/vor der Periode plötzlich wieder anfing, verrückt zu spielen, fand ich dagegen nicht so prickelnd. Ich hatte endlich einmal einen Monat lang eine wirklich tolle, reine Haut. Jetzt pendel ich mich gerade wieder auf dem Stand zu Pillenzeiten ein: Pickel an Wangen und Kinn. Allerdings heilen diese wesentlich schneller ab und sind auch nicht mehr so "tief unter der Haut" wie früher. Immer das Positive sehen!
Zusammenfassung: Zwei Monate pillenfrei
Der zweite Monat geht mit ein paar Rückschlägen zu Buche. Hier findet ihr alles, was ich bei mir festgestellt habe:- ich fühle mich viel ausgeglichener, entspannter und im Reinen mit mir selbst
- meine Haut im Gesicht wurde um die Perdiode herum wieder schlechter (ungefähres Level wie zu Pillenzeiten), heilt dafür viel schneller ab
- ich bekam ebenfalls auf beiden Schultern kleine rote Pickelchen
- Haare fetten weniger schnell nach
- starke Regelschmerzen & Blutungen am ersten Tag der Periode,dafür kommt sie regelmäßig
- mein mir bekannter Heißhunger auf Süßigkeiten kehrt langsam zurück - ob das gut ist?
Drei Monate pillenfrei
Der dritte Monat ohne Pille ist rum. Ich habe in den letzten 30 Tagen viele Dinge ausprobiert: Mit Clue (unbezahlte Werbung) haben mir viele von euch eine wirklich gute Menstruations-App empfohlen. Ich nutze sie täglich und sie ist bis auf 12h super genau, was meinen Zyklus angeht. Wer nichts von solchen Apps hält (Stichwort: Datenkeule): Ich habe vorher alle Termine (wie Eisprung, Einsetzen und Stärke der Periode, Einsetzen des PMS) schriftlich in meinem Kalender festgehalten. Damit ließ sich der nächste Zyklus auch relativ genau bestimmen!Dank meiner Freundin Jule konnte ich ein paar andere Hautpflegeprodukte ausprobieren, nämlich Manna Naturkosmetik Seifen (unbezahlte Werbung). Während meines Studiums hatte ich sie schon einmal genutzt, leider ohne Erfolg. Jetzt, nach dem Absetzen der Pille, scheinen sie viel besser bei mir zu wirken - vor allem die Shea-Butter! Danke Jule ♥
Was sonst noch alles passiert ist, lest ihr jetzt in meiner Zusammenfassung!
Zusammenfassung: Drei Monate pillenfrei
Das Wichtigste zuerst: Mein Zyklus ist immer noch wunderbar regelmäßig, ich könnte die Uhr nach ihm stellen! Was ich ansonsten festgestellt habe:- Mein Haarausfall (siehe Monat 1) hat sich verstärkt, gerade nach dem Haarewaschen verliere ich viele Haare - zum Glück habe ich einen dichten Schopf, es fällt also nicht sonderlich auf
- Meine Haut lässt sich während des Zyklus in zwei Lager teilen: Ab der Hälfte der Periode bis zum Eisprung ist sie rein; ab dem Eisprung kommen die Pickel. Das nervt gewaltig! Mit den Seifen und Sheabutter hat es sich zumindest ein bisschen gebessert, auch meine Schultern sehen nicht mehr sooo schlimm aus!
- Dafür habe ich um die Zeit des Eisprungs herum folgende schöne Sache festgestellt: Mein Partner ist unglaublich aufmerksam, kuschelbedürftig und noch liebevoller als sonst. Ich weiß nicht, ob er überhaupt eine andere Wahl hat oder evolutionär dem Drang unterworfen ist, mich in meiner fruchtbaren Phase zu umsorgen. Ihm selbst ist es übrigens gar nicht so aufgefallen, für ihn war alles 'normal'. Total 'natürlich' eben. Meinetwegen kann es gerne so bleiben.
- Mein Hunger und Genuss auf und an Süßigkeiten hat sich wieder normalisiert - das könnte auch ein Grund für die schlechte Haut sein ... düdüdüdüm!
- Meine Brüste schmerzen nicht mehr, unterliegen im Zyklus aber "Umfangsschwankungen" von 1-2 Zentimetern - krasser Scheiß!
- Auch habe ich das Gefühl, dass meine Füße um die Periode herum anschwellen - geht das jemandem auch so?
- Und der für mich wichtigste Punkt: mein Geruchssinn hat sich verändert! Ich bin in den letzten Wochen unglaublich empfindlich geworden, was jede Art von Gerüchen angeht. Vor allem schlechte oder strenge Gerüche, an denen ich früher einfach nur vorbeigegangen oder sie vielleicht nicht einmal bemerkt hätte, machen mir zu schaffen. Auch haben sich einige Gerüche für mich verändert, vor allem Sachen wie Parfum, Deo oder Waschmittel! Was ich früher toll fand, finde ich jetzt höchstens mittelmäßig. Learning für die Zukunft: Erstmal keinen neuen Duft mehr kaufen.
Ein halbes Jahr pillenfrei
Jetzt kommt der typische Satz: Wow, wie schnell die Zeit vergeht! Ich bin tatsächlich schon ein halbes Jahr off-Pille? So halb im Weihnachtsstress kan man dieses besondere Datum schon mal fast vergessen. Denn so, wie vorher das Pillenehmen zu meinem Alltag gehörte, ist es jetzt das Pille-nicht-nehmen. Einfach normal!Damit ihr jetzt aber auch auf dem neuesten Stand seid, gibt es meine Zusammenfassung für sechs Monate pillenfrei:
Zusammenfassung: Sechs Monate pillenfrei
Wie immer die beste Nachricht zuerst: Mein Zyklus ist und bleibt sehr regelmäßig. Tschakka!- Mein Haarausfall geht langsam zurück. Ich bin sehr glücklich, dass ich pro Wasch- und Kämmgang (und Zwischendurch) weniger Haare lassen muss. Sie fetten allerdings immer noch sehr langsam nach, was ich ganz schön großartig finde!
- Meine Haut an den Schultern hat sich beruhigt (YEAH)! Dafür habe ich an beiden Seiten zwischen Ohr, Hals und Kinn ziemlich unreine Haut bekommen. Durch die Schalsaison wird es hier auch nicht wirklich besser. Ich hoffe auf wärmere Monate!
- Mein empfindlicher Geruchssinn ist geblieben. Ich störe mich immer noch schnell an unliebsamen Gerüchen. #sorrynotsorry
- Ich habe seit dem Absetzen der Pille 1,5 - 2 Kilo zugenommen. Das schwankt allerdings stark und ist sicherlich zyklusabhängig.
- Am ersten Tag meiner Menstruation muss ich mittlerweile leider mindestens eine Schmerztablette nehmen. Ich bin da kein Fan von, merke aber, dass Hausmittel (Bewegung, Wärme etc) an diesem Tag nicht die absolute Erleichterung bringen können. Was hilft euch?
Ein Jahr pillenfrei
Ich habe im letzten Jahr so viel über mich und meinen Körper gelernt, dass ich mich wahnsinnig ärgere, diesen Schritt nicht schon eher gegangen zu sein. Sicherlich kann man meine Erfahrungen nicht als Blaupause für jeden Menschen nehmen, aber ich hoffe, dass dieser Text, dieser Blogbeitrag und dieses (weiterlaufende) Jahresprojekt anderen Mut macht ♥
Kommen wir also jetzt endlich zum vorerst letzten Update:
Zusammenfassung: 12 Monate pillenfrei
- Mein Zyklus ist etwas länger geworden. Von vorher 27 Tagen habe ich mich über die letzten sechs Monate bei ca. 30 Tagen eingependelt.
- Meine Haare fetten wieder "durchschnittlich schnell" nach. Ich spüre mittlerweile keinen Unterschied mehr zur Zeit vor dem Absetzen der Pille.
- Meine Nägel wachsen schneller und gesünder. Mir ist erst in den letzten sechs Monaten bewusst geworden, wie schön es ist, keine splitternden Nägel mehr zu haben!
- Mein Haarausfall ist auf Niveau von vor dem Absetzen der Pille. Ihr wisst, ich haare mich schon immer wie eine Katze. In den ersten sechs Monaten ohne Pille war es deutlich schlimmer, ist nun aber immer weiter zurückgegangen.
- Seit zwei Monaten schlage ich mich mit einem stark unreinen Rücken herum. Da ich in den letzten zwölf Monaten bemerkt habe, dass gefühlt jede Körperregion (Hals, Schultern, Nacken ...) so einen Ausbruch durchmachen musste, bin ich auch hier guter Dinge, dass es sich langsam wieder in den Griff bekommen wird.
- Mein empfindlicher Geruchssinn ist geblieben. Immer noch.
- Ich habe seit dem Absetzen der Pille 1,5 - 2 Kilo zugenommen. Auch hier keine Veränderung.
- Heißhunger aus Süßigkeiten verspüre ich mittlerweile nur noch während des Eisprungs und zu Beginn meiner PMS. An den restlichen Zyklustagen habe ich tatsächlich gar keine Lust auf Schoki und Co. Schockierend!
- Bei meiner Libido konnte ich in den letzten sechs Monaten keine großartigen neuen Veränderungen feststellen. Das derzeitige Level reicht mir ;)
Ihr habt noch Fragen oder Anregungen? Schreibt sie ins Kommentarfeld oder diskutiert mit mir auf Instagram!
Disclaimer: Ich habe mir die ooshi Panty selbst gekauft und werde in keinster Weise von ooshi für diesen Bericht vergütet. Dennoch enthält dieser Artikel Links zu ooshi, die mit einem Stern (*) als Werbung gekennzeichnet sind.
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| © thewoodwire |
Was ist ooshi und wieso nutze ich es?
Als ich auf Instagram über ooshi* stolperte, musste ich erstmal genauer hinschauen. Hinter dem Namen verbirgt sich "Deutschlands erste waschbare Periodenunterwäsche", Aussage genug, mich für einen Test zu catchen. Denn: Seitdem ich die Pille abgesetzt habe, ist meine Menstruation deutlich stärker geworden. Ich bin kein Freund von Tampons und auch an Menstruationscups habe ich mich noch nicht herangetraut. Ich mag während meiner Periode einfach nichts 'in mir' haben und greife deswegen lieber zu Binden. Dass sich bei drei bis fünf Tagen starker bis mittlerer Blutung so einiges an Binden-Müll ansammelt, brauche ich euch nicht zu erzählen.
Da kam ooshi als (scheinbare?) Alternative gerade recht. Denn die Period Pantys funktionieren mit ihrem "magic membran system" wie eine Art integrierte Binde. Sie saugen das Periodenblut auf und halten es im Slip. Das System besteht aus drei Schichten: die innerste, an der Vulva anliegende, besteht aus Merinowolle. Dann folgt eine Schicht aus saugstarken Fasern, angereichert mit einem Wirkstoff auf Silber- und Zinkbasis, der das Blut einschließen und Bakterienwachstum verhindern soll. Die äußerste Schicht ist eine atmungsaktive Membran, die ein wenig an Bademode erinnert. Wer das alles noch mal im Detail sehen will - hier gibt es ein Video:
Mit diesem System sollen die ooshi Produkte das Blut von bis zu drei normalen Tampons aufnehmen können. Nach dem Tragen kommen sie einfach in die normale Wäsche und sind nach dem Trocknen wieder einsatzbereit - klingt praktisch, oder?
Die ooshi-Produkte gibt es als Slip, Hipster und (ganz neu) auch als Highwaist Hipster* - in den Farben schwarz und beige. Und weil ich die Erwähnung wichtig finde: Hinter ooshi stecken übrigens zwei Frauenköpfe. Kristine und Kati. Wer mehr über beiden lesen möchte, hier geht's zur Biografie*.
Die ooshi-Produkte gibt es als Slip, Hipster und (ganz neu) auch als Highwaist Hipster* - in den Farben schwarz und beige. Und weil ich die Erwähnung wichtig finde: Hinter ooshi stecken übrigens zwei Frauenköpfe. Kristine und Kati. Wer mehr über beiden lesen möchte, hier geht's zur Biografie*.
Erfahrungsbericht: So trägt sich der ooshi Hipster
Verpackung
Für meinen Test habe ich mich für den schwarzen ooshi Hipster entschieden, der nach ca. drei Wochen bei mir ankam. Die plastikfreie Verpackung fand ich ganz großartig und sehr liebevoll, ihr könnt sie euch in meiner Instagram-Story anschauen.![]() |
| © thewoodwire |
Tragegefühl
Eine Woche nach Erhalt setze auch schon meine Periode ein. ooshi rät dazu, am ersten Tag der Periode ein Zusatzprodukt (wie Tampon oder Menstruationscup) zu nutzen, da die starke Blutung selbst für ooshi zu viel sein könnte. Also habe ich Schisser den Slip erst am zweiten Tag getragen. Er passt wunderbar, drückt nirgends und ist dank Baum- und Merinowolle sehr weich. Aber - und das große ABER musste jetzt kommen - er ist keine "normale" Unterwäsche. Trotz der vergleichsweise geringen "Polsterung" habe ich den ganzen Tag gespürt, dass da etwas an meinem Hintern ist. Denn: Das magic membran system beschränkt sich nicht nur auf den Bereich im Schritt, sondern geht einmal nach hinten über das gesamte Gesäß. Ich glaube, dass ich mich bei mehrmaligem Gebrauch an dieses Gefühl gewöhnen kann. Beim ersten Mal war es dennoch einfach ungewohnt und für viele sicher ein Ausschlusskriterium gegen ooshi. Auch fand ich, dass die äußerste Schicht am Hintern unschöne Falten wirft, da sie anscheinend nicht fest mit den restlichen Schichten verbunden ist. Aber das ist Geschmackssache.Saugfähigkeit
Neben dem Tragegefühl die wichtigere Frage: Halten die ooshi Period Pantys das, was sie versprechen? Ja. Den Hipster habe ich ca. 10 Stunden am Stück getragen. Weder saß ich währenddessen in meinem eigenen Blut, noch lief irgendetwas aus. Es gab keine Geruchsentwicklung und der Slip hat sich am Ende des Tages nicht anders angefühlt als am Morgen. Top!Bei meiner zweiten Periode war ich schon etwas mutiger: ooshi wurde direkt am ersten Tag getragen. Und auch hier kann ich sagen: meine Blutung lässt ooshi nicht erblassen. Da gibt es nichts zu meckern.
Waschen
Nach dem Tragen soll man ooshi kurz mit kaltem Wasser ausspülen und dann bei 40° zur jeweiligen Farbe in die Maschine geben. An diesen Punkt musste ich mich erst gewöhnen. Denn Unterwäsche, Bettwäsche und Handtücher kommen bei mir eigentlich bei 60° in die Waschmaschine. Laut ooshi gehen bei Temperaturen über 40° die Membran und die Merinowolle kaputt. Also hatte ich einfach keine andere Wahl.![]() |
| © thewoodwire |
Mein Fazit: Lohnen sich die ooshi Period Pantys?
Lob
- Periode getrost vergessen. Es war unglaublich befreiend, sich keine Gedanken um das Handling machen zu müssen, sondern den Tag ganz "normal" zu leben. ooshi saugt alles auf!
- Kein Gefühl, im eigenen Blut zu sitzen, wie es bei Binden manchmal der Fall ist.
- Keine Abfallberge.
- Material sehr angenehm auf der Haut.
- Toller Schnitt - mein Hipster sitzt wie eine zweite Haut und hat wunderschöne Spitze am oberen Rand.
- Plastikfreie Verpackung und tolle Hinweise zum weiteren Nutzen der Verpackung* auf der Website
- Auch nach dem Waschen direkt wieder einsatzbereit. Kein Formverlust, immer noch saugstark!
- Toller Kundenservice - mir wurden alle Fragen, die ich zu ooshi hatte direkt via Instagram-PN beantwortet!
Kritikpunkte
- Hohe Anschaffungskosten. ooshi ist keine kostengünstige Alternative und somit nicht für jeden zugänglich. Wenn ihr eure ganze Periode mit den Slips abdecken möchtet, benötigt ihr um die fünf Stück. Das geht bei ca. 38 Euro pro Slip schnell ins Geld.
- Merinowolle aus Neuseeland - zwar mulesing-free, aber dennoch ein langer Transportweg; außerdem durch die Wolle nicht vegan
- Produktion in Portugal - zwar GTOs zertifiziert, aber auch hier ein längerer Transportweg
- Polster-Gefühl am Hintern. Das ist ein total subjektiver Punkt, den ich aber mit anführen muss.
- Nur bei 40° waschbar. Auch hier: subjektives Empfinden. 40° und ein spezieller Desinfektionsweichspüler sollten es richten.
ooshi ist sicherlich nicht für jeden eine Alternative zu Binden, Tampons und Co. Ich denke, dass sie sich besonders gut für "außergewöhnliche Situationen" eignet. Zum Beispiel, wenn ihr wisst, dass ihr den ganzen Tag unterwegs sein werdet ohne große Chance auf eine Toilette zum Wechseln eurer Hygieneprodukte. Ich denke da an Tageswanderungen oder lange Reisetage. Meine ganze Periode werde ich mit ooshi nicht abdecken können, dafür ist auch mir die komplette Anschaffung auf einen Schlag zu teuer. Aber ich bin froh, ooshi im Schrank zu haben und darauf zurückgreifen zu können.
Und jetzt seid ihr dran: Würdet ihr solche Periodenunterwäsche tragen?
ooshi Period Panty - Ich habe die Periodenunterwäsche getestet
Disclaimer: Ich habe mir die ooshi Panty selbst gekauft und werde in keinster Weise von ooshi für diesen Bericht vergütet. Dennoch enthält dieser Artikel Links zu ooshi, die mit einem Stern (*) als Werbung gekennzeichnet sind.
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Was ist ooshi und wieso nutze ich es?
Als ich auf Instagram über ooshi* stolperte, musste ich erstmal genauer hinschauen. Hinter dem Namen verbirgt sich "Deutschlands erste waschbare Periodenunterwäsche", Aussage genug, mich für einen Test zu catchen. Denn: Seitdem ich die Pille abgesetzt habe, ist meine Menstruation deutlich stärker geworden. Ich bin kein Freund von Tampons und auch an Menstruationscups habe ich mich noch nicht herangetraut. Ich mag während meiner Periode einfach nichts 'in mir' haben und greife deswegen lieber zu Binden. Dass sich bei drei bis fünf Tagen starker bis mittlerer Blutung so einiges an Binden-Müll ansammelt, brauche ich euch nicht zu erzählen.
Da kam ooshi als (scheinbare?) Alternative gerade recht. Denn die Period Pantys funktionieren mit ihrem "magic membran system" wie eine Art integrierte Binde. Sie saugen das Periodenblut auf und halten es im Slip. Das System besteht aus drei Schichten: die innerste, an der Vulva anliegende, besteht aus Merinowolle. Dann folgt eine Schicht aus saugstarken Fasern, angereichert mit einem Wirkstoff auf Silber- und Zinkbasis, der das Blut einschließen und Bakterienwachstum verhindern soll. Die äußerste Schicht ist eine atmungsaktive Membran, die ein wenig an Bademode erinnert. Wer das alles noch mal im Detail sehen will - hier gibt es ein Video:
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Eine Woche nach Erhalt setze auch schon meine Periode ein. ooshi rät dazu, am ersten Tag der Periode ein Zusatzprodukt (wie Tampon oder Menstruationscup) zu nutzen, da die starke Blutung selbst für ooshi zu viel sein könnte. Also habe ich Schisser den Slip erst am zweiten Tag getragen. Er passt wunderbar, drückt nirgends und ist dank Baum- und Merinowolle sehr weich. Aber - und das große ABER musste jetzt kommen - er ist keine "normale" Unterwäsche. Trotz der vergleichsweise geringen "Polsterung" habe ich den ganzen Tag gespürt, dass da etwas an meinem Hintern ist. Denn: Das magic membran system beschränkt sich nicht nur auf den Bereich im Schritt, sondern geht einmal nach hinten über das gesamte Gesäß. Ich glaube, dass ich mich bei mehrmaligem Gebrauch an dieses Gefühl gewöhnen kann. Beim ersten Mal war es dennoch einfach ungewohnt und für viele sicher ein Ausschlusskriterium gegen ooshi. Auch fand ich, dass die äußerste Schicht am Hintern unschöne Falten wirft, da sie anscheinend nicht fest mit den restlichen Schichten verbunden ist. Aber das ist Geschmackssache.Saugfähigkeit
Neben dem Tragegefühl die wichtigere Frage: Halten die ooshi Period Pantys das, was sie versprechen? Ja. Den Hipster habe ich ca. 10 Stunden am Stück getragen. Weder saß ich währenddessen in meinem eigenen Blut, noch lief irgendetwas aus. Es gab keine Geruchsentwicklung und der Slip hat sich am Ende des Tages nicht anders angefühlt als am Morgen. Top!Bei meiner zweiten Periode war ich schon etwas mutiger: ooshi wurde direkt am ersten Tag getragen. Und auch hier kann ich sagen: meine Blutung lässt ooshi nicht erblassen. Da gibt es nichts zu meckern.
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- Periode getrost vergessen. Es war unglaublich befreiend, sich keine Gedanken um das Handling machen zu müssen, sondern den Tag ganz "normal" zu leben. ooshi saugt alles auf!
- Kein Gefühl, im eigenen Blut zu sitzen, wie es bei Binden manchmal der Fall ist.
- Keine Abfallberge.
- Material sehr angenehm auf der Haut.
- Toller Schnitt - mein Hipster sitzt wie eine zweite Haut und hat wunderschöne Spitze am oberen Rand.
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Kritikpunkte
- Hohe Anschaffungskosten. ooshi ist keine kostengünstige Alternative und somit nicht für jeden zugänglich. Wenn ihr eure ganze Periode mit den Slips abdecken möchtet, benötigt ihr um die fünf Stück. Das geht bei ca. 38 Euro pro Slip schnell ins Geld.
- Merinowolle aus Neuseeland - zwar mulesing-free, aber dennoch ein langer Transportweg; außerdem durch die Wolle nicht vegan
- Produktion in Portugal - zwar GTOs zertifiziert, aber auch hier ein längerer Transportweg
- Polster-Gefühl am Hintern. Das ist ein total subjektiver Punkt, den ich aber mit anführen muss.
- Nur bei 40° waschbar. Auch hier: subjektives Empfinden. 40° und ein spezieller Desinfektionsweichspüler sollten es richten.
ooshi ist sicherlich nicht für jeden eine Alternative zu Binden, Tampons und Co. Ich denke, dass sie sich besonders gut für "außergewöhnliche Situationen" eignet. Zum Beispiel, wenn ihr wisst, dass ihr den ganzen Tag unterwegs sein werdet ohne große Chance auf eine Toilette zum Wechseln eurer Hygieneprodukte. Ich denke da an Tageswanderungen oder lange Reisetage. Meine ganze Periode werde ich mit ooshi nicht abdecken können, dafür ist auch mir die komplette Anschaffung auf einen Schlag zu teuer. Aber ich bin froh, ooshi im Schrank zu haben und darauf zurückgreifen zu können.
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